Natterwand

Brandenberger Alpen

1618 Meter

31. Oktober 2020

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Eingekeilt zwischen Guffert und Blauberggrat "versteckt" sich mit der Natterwand (1618 Meter) ein wunderschöner Gipfel, der ursprünglich und wild inmitten der touristisch so beliebten Brandenberger Alpen liegt. So wild und verwachsen der Berg mit seinem schroffen Kamm von unten auch wirkt, so schön und aussichtsreich ist sein höchster Punkt. Los geht es dabei nahe der kleinen Nordtiroler Gemeinde Steinberg am Rofan (1010 m). Über eine anfangs flache Forststraße zieht sich der Weg zur Festlalm Niederleger (1259 m), von dort führt ein alter Alm-Pfad hinauf zum Festlalm Hochleger (1440 m). Von dort wartet ein teils steiler Waldweg zum Kamm, von wo aus es mit kaum erkennbaren Steigspuren zur Natterwand mit 1999 errichteten Gipfelkreuz hinaufgeht.  

 

Schwierigkeitsgrad: mittel schwierig (nicht markiert, schwache Steigspuren/T3)

Vom Parkplatz beim Köglboden einfach hinauf zum Festlalm Niederleger - Weiterweg auf Steigspuren einfach zum Hochleger - beim Aufstieg zur Natterwand Orientierungsinn gefragt, da es kaum Steigspuren gibt - teils felsiger (T3) - Abstieg wie Aufstieg.

  

Dauer: 3,5 Stunden

Distanz: 8,5 Kilometer

Höhenmeter: 652 Meter

 

Parkplatz:

Kostenfreie Parkplätze bei der Festlalm-Forststraße bei Steinberg am Rofan (ca. 960 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

am Weg keine

 

Landschaft:    ********* (9/10)

Kondition:                **** (4/10)

Anspruch:                ***** (5/10)


Download
gpx-Datei Natterwand
Natterwand.gpx
XML Dokument 428.8 KB



Die Natterwand (1618 Meter) zum Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer.

Kurz nach 6 Uhr, es ist zumindest wieder heller dank der Zeitumstellung vor wenigen Tagen. Am Anfang der flachen Forststraße empfängt mich ein Radverbots-Schild und ein Schranken, aber keine Wanderhinweise. Also: Hier bin ich richtig.

Nach einigen Metern auf der Forststraße erreiche ich den Festlalm-Niederleger (1259 m).

 

Also doch: Meine anfänglichen Zweifel, dass sich der Hochnebel noch auflöst, zerstreuen sich auf gut 1350 Metern mit den Nebelschwaden. Der Guffert taucht als Gigant vor dem anbrechenden Sonnenaufgang auf.

Die Dämmerung färbt den Morgenhimmel.

Blick nach Westen zu Juifen, Schreckenspitze und Seebergspitze.

Vor dem Rotmöserkopf (1522 m), der von hier schnell erreicht ist, zeigt sich der Hochleger der Festlalm (1440 m).

Gleich dahinter beginnt der Weg zum Rücken hinauf aufzusteilen - am besten man hält sich noch ein wenig im flachen Teil Richtung Natterwand und quert erst später hinauf, dadurch spart man sich einen Latschenkampf direkt am Grat.

Wo ist hier der Weg? Egal, einfach den Rücken rauf und am besten etwas unter dem höchsten Punkt bleiben.

Am Kamm selbst zeigt sich erstmals auch der grandiose Blauberggrat.

Magic moment - die erste Sonne des Tages zwischen den Nadelbäumen.

Kurz vor dem Gipfel gibt es diese kleine, einfache Rippe (T3) hinauf zum Gipfelkreuz - die muss man erreichen, dann ist man richtig.

Blick hinauf auf das Wattemeer.

Und dann bin ich oben: Die Natterwand (1618 m) mit der gleißenden Sonne und dem kleinen Gipfelkreuz sowie der Box mit dem Gipfelbuch.

Blick über dem nebligen Achental ins bayerische Land bis zum Jochberg - der Herbst zeigt sich zahm, die Berge im Süden Deutschlands wären ein Traum. Aber die aktuelle Situation rund um den Coronavirus lässt keine Einreise zu, und es wird nicht einfacher.

Die Schönheit des Karwendels aus dem Norden betrachtet.

Zwischen Guffert und Schneidjoch scheint die Morgensonne durch.

Im Süden zeigen sich die Unnütze sowie das Rofan.

Herrlich anzusehen im Nordosten: Halserspitz und Schinder im Hintergrund.

Was für ein Morgen - hinten lässt sich auch das Demeljoch erkennen.

Rot, rot, rot sind alle meine Gipfelbücher - zumindest das hier.

Ein nettes kleines Sprüchlein auf dem netten kleinen Kreuz.

Das aus dem Jahr 1999 stammende (bunt verzierte) Gipfelbuch ist nicht sonderlich dicht beschrieben. Aber es kommen doch mehr hier rauf als gedacht.

So, nach einer kurzen Rast geht es querfeldein über Stock, Stein und Baumstamm wieder runter zum Festlalm Hochleger.

Zurück beim Hochleger zeigt sich der Rotmöserkopf schon im schönsten Herbst-Rot.

Die Nebelsuppe erwartet mich schon wieder - noch einmal sauge ich dieses Traumpanorama ein.

Auch der Guffert verabschiedet sich langsam.

 

Und weil die Bilder in der Nebelsuppe nicht wirklich schön sind, schließe ich kurz vor der Rückkehr auf die Forststraße mit diesem Herbstbild ab. Die Natterwand ist ein wundervoller kleiner Gipfel mit viel Ruhe und schöner Aussicht. Ein stiller Ausflug in einer der beeindruckendsten Herbst-Regionen des Landes.

 



Kommentare: 0