Veitsbergkamm 

Schmalegger Joch 1633m / Thalerjoch 1775m / Frechjoch 1788m / Veitsberg 1787m / Jöchl 1554m

Bayrische Voralpen

2. September 2018

Autor: Jürgen

 

Beschreibung:

Vom Kaiserhaus (711m) an der Brandenberger Ache durch die Kaiserklamm bis zum Trauersteg. An der gegenüberliegenden Flußseite etwas retour und auf schwachem Steig an der verfallenen Wernbachalm (920m) und der Diebsloch-Hütte (1.080m) vorbei zu den Niederen Böden (1.140m). Am Forstweg hinauf zu den Schmalegger Almen und zum Schmalegger Joch (1.633m). Immer am Kamm oder südlich davon über Thalerjoch (1.775m) und Frechjoch (1.788m) zum Veitsberg (1.787m). Abwärts zur Thaleralm (1.434m) und über die Stamperstallalm (1.420m) mit mehreren Gegenanstiegen zum Jöchl (1.554m). Abstieg auf Steigspuren zur Breitenbachalm (1.280m) und auf Forstwegen und teilweise unmarkierten Steigen zurück zum Kaiserhaus. 

  

Schwierigkeitsgrad: einfach (T2)

Kammbegehung ohne Schwierigkeiten. Die Tour ist lang (etwas über 25km) und die An- und Abstiege über die teilweise unmarkierten, verwachsenen Steigen verlangen gutes Orientierungsvermögen.

  

Dauer: 6:15 Stunden

Strecke: 25,7 Kilometer

Höhenmeter: 1470 Meter

 

Parkplatz:

Gebührenpflichtiger Parkplatz beim Kaiserhaus.  

 

Einkehrmöglichkeiten:

Kaiserhaus (710 m)

 

Landschaft:   ******* (7/10)

Kondition:     ******* (7/10)

Anspruch:              *** (3/10)



Unterwegs am Veitsbergkamm in den Bayrischen Voralpen. Es war mehr eine Über"laufung" als Überschreitung, doch in Summe eine gemütliche Tour mit vielen interessanten Etappen.

 

Zur Lage (Blick vom Guffert im Mai 2016 nach Osten): der Veitsbergkamm liegt am Rand der Bayrischen Voralpen im Mangfallgebirge, südlich des bekannten Hinteren Sonnwendjochs (1.986m). Meist wird der Kamm von Osten von Landl oder von der unterhalb des Sonnwendjochs gelegenen Ackernalm begangen. Ich starte von Süden beim Kaiserhaus, was die Tour zwar deutlich länger macht, aber so kann ich ein paar einsame Steige in die Runde einbauen. 

 

Beim Kaiserhaus (711m) gibt's einen neuen, gebührenpflichtigen Parkplatz. Es hat seit 2 Tagen geschüttet, für heute war eine leichte Wetterbesserung angesagt. 

 

Hinein in die sehenswerte Kaiserklamm, wo sich die Brandenberger Ache tief ins Gestein eingeschnitten hat. Im 19. Jhdt. hat Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich hier die Holztrift bewundert. 

 

Die in den Fels gesprengten Steige leiten heutzutage sicher durch die Klamm. 

 

Oberhalb der Klamm ist die Brandenberger Ache ein ruhiger, breiter Fluss. 

 

Statt zur Erzherzog-Johann-Klause biege ich nach dem "Trauersteg" rechts ab in Richtung Brandalm. 

  

Um mich nach wenigen Minuten auf die Suche nach dem ersten Steig zu begeben. Eine unscheinbare Signatur der ÖK50 ist für mich immer ein Lockmittel. 

  

Und tatsächlich, da prägt sich ein Steiglein aus. Kein Wegweiser, keine Markierungen, so mag ich das. Wikipedia bezeichnet den Steig als verfallen, siehe Eintrag zum Schmalegger Joch.

  

Rückblick zur Brandenberger Ache und zur (hier verdeckten) Kaiserklamm. 

 

Ich komme an der verfallenen Wernbachalm (920m) vorbei. Im Hintergrund wäre bei guter Sicht der Guffert zu sehen, doch der bleibt heute den ganzen Tag in den Wolken hängen. 

 

Anfang September, es herbstelt. 

 

Schwein gehabt, endlich einmal keine Kühe oder Schafe.

 

Vorbei an der Diebsloch-Jagdhütte (1.080m) - woher diese Hütte wohl ihren Namen hat?

 

Hier bereits nach den Niederen Böden (1.140m), zu denen man auch von der Erzherzog-Johann-Klause über die Rumpfalm aufsteigen könnte. Viele Wege, viele Almen, aber heute in diesem Bereich kein einziger Mensch. 

 

Rastbank kurz vor den Schmalegg-Almen. 

 

In weiten Serpentinen gewinne ich am Forstweg den Wiesenrücken der Schmaleggalm.

 

Bei der Oberen Schmaleggalm (1.524m). 

 

Leicht geht es am Wiesenrücken weiter aufwärts. 

 

Was ist das? Die Sonne?

 

Zeit für ein Sonnenbad! Ich genieße die Tour trotz Nebel aber in vollen Zügen, bei diesen Verhältnissen ist die Bewegung in der Natur irgendwie "zeitlos". 

 

Nach etwa 2:30h und nicht ganz 11 Kilometern erreiche ich den westlichsten Gipfel des Veitsbergkamms, das Schmalegger Joch (1.633m).

 

Etwas Tiefblick in Tal der Brandenberger Ache, hinten auf der Wiesenfläche Aschau und links dahinter Brandenberg. 

 

Ab hier immer dem gut markierten, aber manchmal nur schwach erkennbaren Steig nach Osten folgen. Es sind ca. 4 Kilometer hinüber zum Veitsberg. 

 

Neblig, nasses Unterholz, aber kein Regen und warm. 

 

Vom Schmalegger Joch steigt es etwa 150 Höhenmeter an. 

 

Gibt es keine Fernsicht, ist der Blick in die nähere Umgebung umso interessanter. 

 

Rechts unten der tief eingeschnittene Weißgriesgraben. 

 

Hier zweigt links (nach Norden) der Steig ins Fuchsloch und zur Ackernalm ab. Ich bleibe aber weiter am Kamm. 

 

Blick retour zum schon in die Ferne rückenden Tal der Brandenberger Ache. Über den Waldrücken ganz links werde ich mir später meinen Weg zurück zum Kaiserhaus suchen.

  

Mal mehr, mal weniger Nebel, hier bereits kurz vor dem Thalerjöchl. 

 

Thalerjöchl (1.775m). Ich höre die Kuhglocken von der Ackernalm, sehe aber nach Norden nicht das Geringste. 

 

Abstieg vom Thalerjöchl zu einem weiteren Sattel, auf dem man ebenso zur Ackernalm absteigen könnte. 

 

Und wieder aufwärts, ab hier wirkt der Steig viel begangen, da der Veitsberg oft von der Ackernalm angesteuert wird. Unten das erstaunlich dichte Wegnetz rund um die Thaleralm.

  

Fast übersehe ich es, das Gipfelkreuz des ... 

 

... Frechjochs (1.788m). Der Blick in die Karte bestätigt, dass dies - und nicht der namensgebende Veitsberg - der höchste Gipfel des Kamms ist. 

 

Zum Veitsberg selbst sind es dann nur mehr wenige Minuten. 

 

Rückblick zum Frechjoch. 

 

Am Veitsberg (1.787m). Etwa 3:30h und knapp 15 Kilometer vom Kaiserhaus.

  

Schöne Runde heute, aber die Sonnenbrille hätte ich mir bis hierhin sparen können. Den Gipfel werde ich mir im Winter mit Ski einmal ansehen.

 

Etwa eine halbe Stunde lege ich mich ins Gras und höre mir die absolute Stille an. Da ich weiß, dass es nur ein Mittel gibt, das die Wolken zum Aufreißen bringt, nämlich Absteigen, mache ich mich nach der angenehmenen Gipfelrast auf den Weg. 

 

Abstieg auf breitem Steig in Richtung Riedebenalm, im Winter ist das sicher toller Skigelände. Und tatsächlich, wie vermutet wird's oben heller und die Wolken heben sich.  

 

Auf etwa 1.500m gehe ich weglos auf direktem Weg hinüber zur Thaleralm. 

 

Bei der Thaleralm (1.431m) vorbei. Eh klar, die Gipfel nun alle frei - links das Frechjoch, rechts die von hier kaum sichtbare Kuppe des Veitsbergs. 

 

Gegenanstieg von der Senke der Thaleralm zu einem kleinen Sattel, nach diesem wieder hinab zur schön gelegenen Stamperstallalm (1.420m). Jetzt kommt die Sonne raus, daher nehme ich das Jöchl im Hintergrund auch noch mit. 

 

Herrliches Almgelände bei der Stamperstallalm. 

 

Vom Jöchl (1.544m) habe ich einen tollen Rückblick auf den vorhin begangenen Kamm, ganz rechts der Veitsberg. Bis hierhin war ich ziemlich genau 20 Kilometer und 5:00h inklusive Pausen unterwegs. 

 

Auch das Hintere Sonnwendjoch (1.986m) lässt sich kurz blicken. 

 

Nun folgen die letzten etwas mehr als 5 Kilometer hinunter zum Kaiserhaus. 

 

Weglos vom Jöchl runter. 

 

Dann wieder auf einen unmarkierten Steig, der als Signatur in der ÖK erkennbar ist. 

 

Blessenberg (1.743m) - Heuberg (1.746m) - Kienberg (1.786m) - schöne Wandergipfel in den Brandenberger Alpen. 

 

Bei der Breitenbachalm (1.280m). 

 

Abstieg in der Nachmittagssonne. Anfangs noch auf dem Forstweg ... 

 

... doch auch hier gibt es wieder eine unmarkierte Alternative. 

 

Teils etwas rustikal durch den Wald. Rechts der schöne Roßkopf (1.632m) - auch diesen Kamm, der am Guffert kulminiert, möchte ich mir bald einmal ansehen.  

 

Drüben auf der Wiesenfläche würde die Brandalm (871m, verdeckt) zur Einkehr locken. Im Hintergrund der Rücken hinauf zum Schmalegg von heute vormittag. 

 

Viel sanfte Landschaft hat's hier in den Brandenberger Alpen und Bayrischen Voralpen - ein untypisches Tirol. 

 

Ganz nah schon der Parkplatz vom Kaiserhaus, dazwischen aber noch die tief eingeschnitte Kaiserklamm, daher ...

 

... gibt's noch eine kleine Extraeinlage. Oben links der Schattenkopf (1.233m), ich habe leider erst zu spät gesehen, dass durch den felsigen Waldgürtel auch ein Steig herunterführen müsste. 

 

So folge ich dem offiziellen Steig hinunter zur ... 

 

... Brandenberger Ache, wo sich der Kreis dieser Tour nach etwas mehr als 25 Kilometern und 6:15 Stunden wieder schließt. Hierher komme ich sicher bald wieder, und den Veitsberg habe ich schon als Skitour vorgemerkt. 

 


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