Westliche Griesspitze

2741 Meter

Mieminger Gebirge

28. Oktober 2015

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Die westliche Griesspitze (2741 Meter) ist ein geschichtsträchtiger Berg in der Mieminger Kette. Vor einem Felssturz soll der markante Gipfel einst der größte Berg der Gruppe gewesen sein. Früher zierte ein riesiges Kreuz mit der Aufschrift "Weltfrieden" den Gipfel. Heute ist davon nur mehr ein kleiner Teil übrig. Das ehemalige Bergwerk weist noch recht viele Versicherungen auf, die 2012 erneuert wurden und den Aufstieg mancherorts erleichtern. Aber es handelt sich nicht (!) um einen Klettersteig - das Gelände ist teils sehr ausgesetzt und unversichert. Für Erfahrene ein großer Genuss!

 

Schwierigkeit: sehr schwierig (teils versichert, teils markiert/II/T6)

Vom Arzkasten bis zum Lehnberghaus ca. 450 Meter mit dem Mountainbike. Vom Lehnberghaus bis zum Stöttltörl wenig schwierig (T2). Aufstieg zur westlichen Griesspitze sehr schwierig mit ausgesetzten Kletterpassagen bis zum Schwierigkeitsgrad II. Im ersten Teil (Knappensteig) gute Seilversicherungen (ansonsten wäre die Route mit III zu klassifizieren).

 

Dauer: 8 Stunden

Höhenmeter: 1942 Meter

Kilometer: 16,4 Kilometer

 

Parkplatz:

Gebührenflichtige Parkmöglichkeiten (4€/Tag) beim Gasthof Arzkasten bei Obsteig.

 

Einkehrmöglichkeiten:

Lehnberghaus  (1554 m)

Gasthof Arzkasten (1150 m) - Start- und Endpunkt der Tour

Unterwegs gibt es keine oder nur unzureichend Wasserstellen. Ausreichend Flüssigkeitmitnahme ist wichtig.

 

Landschaft:    ********** (10/10)

Kondition:          ******** (8/10)

Anspruch:         ********* (9/10)


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Unfassbar schönes Ziel: Die Westliche Griesspitze (2741 Meter) im Mieminger Gebirge.

 

Start ist beim Gasthof Arzkasten (1150 m). Jürgen und ich schwingen uns auf das Mountainbike - ein unerlässliches Utensil, das uns rund 450 Höhenmeter Forststraße erspart. Erstes Ziel: Lehnberghaus.

Wir fahren am Lehnberghaus vorbei. Solange, bis es nicht mehr weitergeht (auf ca. 1600 Metern). Danach steigen wir durch die "Hölle" (heißt so) an. Die westliche Griesspitze liegt direkt vor uns - weiter westlich ist die Grünbergscharte, ein Skitourenklassiker.

Die ersten Sonnenstrahlen gibt es dann bei der Scharte Stöttltörl (2036 Meter) - bis hierher eine einfache Wanderung (T2).

 

Jürgen an seinem Traum-Arbeitsplatz. Ich wollte ihm Laptop und Klapp-Schreibtisch bringen, er verneinte dann aber doch...

 

Wir halten uns in nördlicher Richtung und folgen den Steigspuren zum Einstieg.

 

Die Spuren sind gut erkennbar - diese Rinne bildet unseren Einstieg.

 

Ist dieser Berg wirklich aus Stein? Zu Beginn bröselt und bröselt es. Alles loser Kies.

Nach wenigen Metern folgt die erste Schlüsselstelle (II), die mit einem Seil entschärft ist. Im Abstieg waren wir froh drum.

Hier noch einmal Jürgen im Rückblick.

Im Rinnen-System wartet nun dieser Anstieg (II) mit einer der Schlüsselstellen am Ende.

 

2012 wurden einige der Sicherungen erneuert - zumindest bis zum ehemaligen Bergwerk Gamsanger sind viele Hilfen dabei. Es handelt sich aber nicht um einen Klettersteig! Die Sicherungen sind punktuell angebracht, Kletterschwierigkeiten im II. Grad bleiben.

 

Die Schlüsselstelle: Eine senkrechte Wand (III+), die ohne Versicherung eine luftige Angelegenheit wäre. Hier muss man sein Vertrauen in die Drahtseile stecken.

 

Jürgen im Ausstieg der versicherten, steilen Rinne.

 

Danach beginnt eine einfachere lange Querung bis zum Kamm hinaus. Manche ausgesetzte Passagen sind wie hier seilgesichert. Und der Fels hält hier oben viel besser.

Das Gelände fordert viel Konzentration, ist aber vorerst mit alten, verbogenen Sicherungen der Bergwerksleute ohne Seil (hier zu sehen) überfüllt.

Der Einstieg in das ehemalige Bergwerk Gamsanger, wo nach Silber und Blei gesucht worden sein soll. Die Geschichte des Bergbaus in den Mieminger Bergen ist bewegt. Eine der wenigen Internet-Quellen und zugleich interessante Lektüre hierzu findet sich hier.

 

Oberhalb des Bergwerkschachts steigen wir über eine Wandstufe bergauf (II-).

 

Jürgen hat in diesem Gebiet seine helle Freude - jetzt haben wir die Wandstufe oberhalb des Bergwerks durchstiegen und blicken einer langen Querung entgegen.

 

Eine der wenigen Markierungen vor der längeren Querung im Schotter.

 

Jürgen am Ende der Querung - und ja: Das Lächeln wurde er heute nicht mehr los.

 

Bei dieser Markierung ("Normalanstieg 2") geht's dann wieder nach oben.

Es folgt eine kürzere Rinne (hier im Rückblick). Der Fels ist fest,

alles im I. Schwierigkeitsgrad. Die schlechte Nachricht: Vom Stöttltörl her sind erst rund 250 Meter zurückgelegt. Die gute: Jetzt geht's direkt bergauf.

Nach der Rinne wartet wieder Gehgelände bis ca. 2600 Meter. Im Hintergrund zeigt sich der letzte schwierige Aufschwung zum Gipfel.

Jürgen am Ende der Geh-Passage.

 

Die Wandstufe wartet dann mit der letzten Versicherung auf. Im Klettersteig-Jargon eine B-Stelle, die ohne Drahtseile im II. Schwierigkeitsgrad läge.

 

Ausnehmend schöne Aussicht: Jürgen genießt bei einem der Steinmänner kurz unterhalb des Gipfels das großartige Panorama vom Mieminger Gebirge aus.

 

Wir sind mitten im Schlussanstieg und kämpfen uns die nächste Rinne hoch (II-).

 

Diese Felswand gilt es noch zu überwinden (II).

 

Die letzte schwierigere Stelle im Rückblick: Auf loser Unterlage steigen Jürgen und Roman direkt unterhalb des durch eine Rinne (II-).

 

Geschafft! Jürgen lächelt am Gipfel der Westlichen Griesspitze (2741 Meter). Die Geschichte des Gipfelkreuzs ist eine durchaus bewegte und lässt sich hier nachlesen.

 

Ein Blick über die westliche Griesspitze hinweg auf den Hochplattig (r.) sowie die Hohe Munde ganz rechts. Links zeigt sich die Östliche Griesspitze, den Übergang lassen wir jedoch aus. Dieses Mal zumindest.

Der Blick Richtung Westen ist grandios - vorne markant zeigt sich die Ehrwalder Sonnenspitze, rechts dahinter der Daniel.

 

Roman und Jürgen bei der verdienten Rast nach vielen Stunden des Wanderns und Kletterns beim Lehnberghaus - natürlich alkoholfrei. Eine grandiose Tour geht zu Ende!

 



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Kommentare: 1
  • #1

    Hupfulex (Mittwoch, 07 November 2018 17:20)

    suuuuper geiler bericht und suuuper geile tour!!! danke