Schöckl Rundtour

1445 Meter

Grazer Bergland

24. Juni 2019

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Der isolierte Schöckl (1445 Meter) dominiert die Bergkulisse als Grazer Hausberg. Kaum ein Ort der Südsteiermark bleibt auf dem Gipfel des markanten Schöckl verborgen, auch Österreichs zweitgrößte Stadt mit ihrem bekannten Becken ist weitläufig sichtbar. Die famose Lage des Berges ist auch Grund für die große Beliebtheit. Mountainbiker, Downhiller, Drachenflieger, Wanderer mit oder ohne Seilbahn - für jeden ist hier etwas dabei. Deshalb wähle ich meine Runde mit frühem Start bei der Ruine Ehrenfels über alte Forstwege und kleine Steige auf ruhigem Pfad mit Abstecher zum Niedeschöckl (1340 m). Vom Schöckl selbst steige ich dann in östlicher Richtung am steileren Weg wieder ab. 

 

Schwierigkeit: mittel schwierig (markiert und Steigspuren/T3)

Von der Ruine Ehrenfels weg wenig schwierig über verfallene Forstwege hinauf zur Johann-Waller-Hütte (T2) - Weiterweg zum Niederschöckl und Schöckl einfach - Abstieg auf der Ostseite steil und mittel schwierig (T3), später einfach zur Ruine Ehrenfels.

 

Dauer: 4 Stunden

Höhenmeter: 811 Meter

Kilometer: 12,7 Kilometer

 

Parkplatz:

Kostenfreie Parkplätze unterhalb der Ruine Ehrenfels (ca. 690 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

Johann-Waller-Hütte (1200) - an Samstag, Sonn- und Feiertagen geöffnet

Stubenberghaus (1440 Meter)

Alpengasthof Schöckl (1440 Meter)

 

Landschaft:    ********* (9/10)

Kondition:              ***** (5/10)

Anspruch:               ***** (5/10)


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Das Gipfelkreuz am aussichtsreichen Schöckl (1445 Meter).

6 Uhr morgens bricht ein neuer Berg-Tag für mich an. Angesichts der angekündigten Hitze (35 Grad plus) ist ein früher Start ideal, zumal sich die Schöckl-Wanderer mit jeder Minute mehr und mehr häufen. Start ist bei der Ruine Ehrenfels in Richtung Novystein.

Nach kurzem Waldanstieg wartet ein Abschnitt auf der Ehrenfelsstraße in Richtung Klamm, einem kleinen Ortsteil von St. Radegund bei Graz.

Wie gut, dass es die AV-Karten gibt - oder doch nicht? Meine ruhige Variante soll hier in der Kurve beginnen - einen Weg kann ich dabei nur erahnen.

 

Aber schon nach 50 Meter ist klar: Das sieht gut aus. Nach drei Zeckenfunden und einem zweiminütigen Waldabstecher sollte ich dann auch bei der gewünschten Straße rauskommen.

Die gefunden Straße ist die Schöcklhöhenstraße, eine von 1964 bis 1993 für alle geöffnete Mautstraße. Um die nahe Seilbahn zu stärken, würde die Privatstraße aber schließlich gesperrt.

Ein erstes Mal lässt sich nun auch die herrliche Aussicht erahnen. Hier der Südwesten.

Auch schon zehn Jahre her die Mountainbike-Marathon-WM am Schöckl. Inzwischen beheimatet die Region Graz-Stattegg auch die Mountainbike-EM 2018 sowie jene im Jahr 2020.

Genug des Exkurses - rauf zur Johann-Waller-Hütte auf verwachsenen Forstwegen.

Hat da jemand vergessen beim Bettgehen die Kerzen aus zu blasen?

Die Johann-Waller-Hütte (1200 m) der Natufreunde. Eine willkommene Alternative zum Gipfel-Rummel.

Gleich hinter dem Haus erreiche ich heute meinen ersten markierten Wanderweg im Wald - wie gehabt: einfache Route.

Die Schneid (1289 m) zwischen Niederschöckl und Schöckl ist auf grünen Wiesen erreicht. Ab nun gilt es die herrliche Aussicht zu genießen.

Imposant bauen sich Hirscheck (1883 m) links und rechts Vorderlahnerkopf (1903 m) auf, angeblich liegt der Übergang im II. Schwierigkeitsgrad.

Die kniffligste Stelle ist gleich die erste Wandstufe (II-), die teils mit Stiften entschärft, aber nie durchgehend versichert ist.

Dichtes Gras, seichter Anstieg.

Auf dem Niederschöckl (1340 m) zeigt sich Graz bei meiner Tour am besten. Dahinter tauchen die Lavanttaler Alpen mit dem Großen Speikkogel auf.

Aber nicht lange sinnieren damit die Beine nicht gefrieren - also runter zur Schneid über die alte Ski-Abfahrt hinauf zum Schöckl.

Jetzt tauchen auch die ersten Wegbegleiter heute auf.

Zwischen Rote Wand und Osser stapeln sich die Wolken in die Höhe.

Flaches Finale.

Und dann ist das kolossale Gipfelkreuz des Schöckl (1445 Meter) erreicht. Am höchsten Punkt steht es nicht, der ist auf dem Plateau auch schwierig auszumachen - meiner Meinung nach ist er bei der Kapelle im Osten, die Karten sagt jedoch beim Sendemasten.

Prunkes Bauwerk eines österreichischen Mobilnetzbetreibers. Dazu gibt es quasi eine Rampe zum Spazieren - willkommen im Wander-Disneyland.

Vorbei am Alpengasthof und Stubenberghaus nehme ich die Schöckl-Kapelle ins Visier.

Kapelle mit Glocke - aber Achtung, die ist nicht für den Gipfelsieg gedacht.

Blick zum Schöckl samt Gaststätten und Sende- und Funkmasten.

Vom Schöcklkopf (1423 m), dem Ostausläufer des Plateaus, ist der Ausblick wundervoll. Hier liegt mir Graz zu Füßen - nur schade, dass nicht viel Zeit zum Genießen bleibt.

Ich steuere Schöckl an - das Schöcklkreuz (1133 m) ist der Pass der Radegundstraße und zugleich der beliebteste Ausgangspunkt der Schöckl-Kurzwanderung.

Der Schöcklpokal war Ende April 2018 Austragungs-Event der österreichischen Paragleit-Meisterschaften. Ein idealer Ausgangspunkt, das Schild steht aber schon gut zwei Monate umsonst hier.

Der Ostabstieg ist interessanterweise steil und ein wenig knackig (T3), aber das meiste ließe sich auch umgehen.

Aber hier kommen auf den ersten 200 Abstiegs-Höhenmetern die Hände zum Einsatz.

Umwerfender Ausblick nach Nordwesten bei der Rückkehr auf die Forststraße. Von hier an ist der Rückweg einfach (T2).

Kurz vor dem Schöcklkreuz ist Orientierung gefragt - Ziel ist die Schöckl-Höhenstraße.

 

Von der Schöcklhöhenstraße steuere ich das stets markierte Klamm an. Auch hier finden sich noch ein paar herrliche Aussichts-Platzerl.

 

Immer weiter Richtung Westen, stets den Markierungen nach.

 

Zum Schluss führen mich die Wegweiser zur Burg Ehrenfels (740 m), die aus dem 13. Jahrhundert stammen soll und im Privatbesitz ist.

 

Und mit diesem Blick zurück verabschiede ich mich vom Schöckl. Der Grazer Hausberg wird seinem Ruf als Parade-Aussichtsberg auf meiner Runde mehr als gerecht. Ein herrlicher Berg, den trotz des Rummels keiner missen sollte.



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