Pendling - Südanstieg & Ostgrat

1563 Meter

Brandenberger Alpen

20. April 2018

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Zwei versteckte und anspruchsvolle Pfade führen abseits des Massentourismus auf den Pendling (1563 Meter) und zur Süd-Ost-Überschreitung - Einsamkeit ist dabei ebenso garantiert wie eine anspruchsvolle Strecke. Meine Runde führt von Langkampfen aus über den sehr steilen und nur durch schwache Steigspuren erkennbaren Jägersteig südseitig auf den Pendling. Im Abstieg wähle ich den nicht viel weniger steilen Ostgrat, der keineswegs zu unterschätzen ist.

Ein absolutes Muss ist hier eine gute Orientierung!

Die größte Gefahr lauert in der Rutschgefahr durch Schnee, Nässe, Laub, steilen Wiesen.

 

Schwierigkeit: schwierig (Steigspuren/T5/I-II, je nach Routenwahl)

Von Unterlangkampfen in steiler Linie anfangs noch flacher, später steiler bergauf - im Prinzip hält man sich immer rechts des tiefen Grabens am Grat. Eine kurze Kletterstelle (T5/II) kann wohl umgangen werden, generell ist das Gelände im T4-Bereich (I).

Ab ca. 1250 Meter einfacher (T3), ab 1400 m Forststraße und Steig (T2) zum Pendling.

Abstieg über den Ostgrat sehr steil (T4/I) - gute Orientierung notwendig.  

 

Dauer: 4 Stunden

Höhenmeter: 1076 Meter

Kilometer: 8,6 Kilometer

 

Parkplatz:

Kostenfreie Parkplätze in Schaftenau, Langkampfen (ca. 480 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

Pendlinghaus (ca. 1550 m)

 

Landschaft:    ********* (9/10)

Kondition:            ****** (6/10)

Anspruch:           ******* (7/10)


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Das östlich vorgelagerte Gipfelkreuz des Pendling (1563 Meter).

Ein Blick auf den Pendling - der Waldgürtel am Kamm in Bildmitte wird mein Weg sein. Sieht nicht sonderlich steil aus, bietet aber aufgrund der Rutschgefahr einige Gefahren.

In Schaftenau, einem Ortsteil von Langkampfen, geht es hinter den Häusern los. Markiert ist der Weg nicht - eine gute Orientierung (siehe Karte) und Vorbereitung also unumgänglich, um sich nicht selbst übermäßig in Gefahr zu bringen.

Der eigentliche Steig biegt direkt beim Bleibach, wo ein Holzbrett zur Querung liegt, rechts ab.

Der Steig ist durchgehend steil und aufgrund der Wiese und dem Laub rutschig - ich packe sicherheitshalber die Spikes aus.

Der Ausblick ist an diesem Traumtagerl bestechend gut.

Bei der Kreuzung der Forststraße - ab nun wird's steiler.

Der Rest des Weges lässt sich bereits irgendwo zwischen den Felsen erahnen.

Sollte nun etwa Markierungen auftauchen? Fehlanzeige. Ein paar Bäume sind besprüht, ansonsten gilt hier: Besser dem Instinkt als den Markierungen vertrauen.

Es sind immer wieder kleiner Absätze dabei (T4) - ein Ausrutscher würde wohl unten im Inntal enden.

Schönes Gelände, immer der Nase und den schwachen Spuren nach.

Hier zweigt der Weg zum Beispiel ab - ein Versteiger ist hier in dem unübersichtlichen Gelände fast garantiert, also immer Vorsicht walten lassen.

Der Großen Pölven auf der anderen Seite des Tales.

Hier zeigt sich links der Graben, in denen es gut 100 Meter hinunterpfeift.

Der Inn schlängelt sich unter meinen Füßen dahin - wunderbar.

Dann wartet meine Schlüsselstelle - ein "Steinmanderl" weist den Weg, Steigspuren sind auch. Also bleibe ich hier, weiß auch nicht, ob es eine Umgehung gibt. Aber auf jeden Fall gut 10 Meter hoch - II. Schwierigkeitsgrad und leicht ausgesetzt (T5).

Geschafft - hinter der Kante bricht das Gelände jäh ab. Nun wird es einfacher.

Zwischen dem Frühlingstreiben hindurch.

Ein Ende des Steigs ist bereits absehbar.

 

Markierungen, ernsthaft? Die halten sich die letzten 100 Höhenmeter bis zur Forststraße.

Und beim Karrenweg angelangt.

50 Höhenmeter sind es bei der Kreuzung noch bis zum Gipfel.

Und dann bin ich oben - der Pendling (1563 Meter) mit seinem Gipfelkreuz.

What a lovely day.

Ein traumhafter Ausblick vom vorgelagerten Kreuz auf die Kitzbüheler Alpen.

In den Tuxer Alpen herrscht weiter oben noch tiefer Winter.

Der Pölven und die sanften Hügel der Kitzbüheler Alpen.

Nicht weit vom Gipfelkreuz entfernt steht das Pendlinghaus.

Das bereits frühmorgens geöffnete Pendlinghaus mit seiner grandiosen Lage.

In den Bayerischen Voralpen schmilzt der Schnee langsam, aber sicher dahin.

Jetzt wartet der Ostgrat - nicht wirklich einfacher als der Südanstieg.

Knackige Passagen (T4/I) warten auf dem durchwegs steilen und mit viel Laub überhäuften Steig.

Da pfeift's schön runter - links der schöne Thiersee.

 

Einmal mit der Zungen schnalzen muss jetzt sein.

 

Wo ist der Weg? Da geht's herab, weiter unten ist dann wieder Steig-Raten angesagt.

 

Schritt für Schritt bleibt die Konzentration hoch - auch hier würde ein blöder Stolperer ganz weit unten enden.

 

Hier heißt es bitte kurz etwas kleiner machen.

 

Ein bisschen Schnee liegt noch Mitte April, der muss auch kurz gequert werden.

 

Und schon wieder Markierungen aus dem Nichts - die führen dieses Mal aber bis zum offiziellen Wanderweg zurück.

 

Nach unten hier nimmt das Laub zu (Spikes!), dafür wird das Gelände ruhiger.

 

Dann bin ich auf dem Steig zum Dreibrunnenjoch angelangt.

 

Und dann geht es auf einem kleinen, feinen Steig zurück nach Unterlangkampfen und ein paar Meter entlang der Fahrstraße zum Ausgangspunkt. Eine knackige, einsame Runde, die schwieriger als erwartet war. Etwas für absolute Liebhaber solcher Wege! Wie mich.



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