Skitour Torhelm aus dem Märzengrund

Kitzbüheler Alpen

2494 Meter

25. Mai 2019

Autor: Jürgen

 

Beschreibung:

Mit Bike vom Stummerberg (1.045m) in den Märzengrund zur Gmündaste (1.365m) und zur Baumgartenaste (1.425m). Zu Fuß aufwärts zur Kothüttenalm (1.700m) und mit Ski flach zur Hemererhosalm (1.740m). Richtung Süden durch den ziemlich flachen Hemerergrund, zuletzt aufwärts bis vor die Öfelerscharte (2.280m) und über den kurzen Felsgrat und den Gipfelhang zum Torhelm (2.494m). Abfahrt wie Aufstieg. 

 

Schwierigkeitsgrad: wenig schwierig (WS). Bis auf den Gipfelhang (<35°) keine steilen Stellen. Die Tour macht nur Sinn wenn einerseits die Zufahrt mit dem Bike bis über die Gmündaste möglich ist und andererseits im Hemerergrund noch genügend Schnee liegt. Achtung: der Forstweg zwischen Baumgartenaste und Kothütte ist wegen Felssturzgefahr offiziell gesperrt!

 

Schnee- und lawinenkundliche Erfahrung nötig. Für aktuelle Verhältnisse die Informationen des Lawinenwarndiensts beachten. 

 

Dauer: 7:30 Stunden

Höhenmeter: 1.480 Meter

 

Parkplatz:

Wanderparkplatz nahe der Tannenalm  

 

Einkehrmöglichkeiten:

Tannenalm am Stummerberg

 

Landschaft:   ******** (8/10)

Kondition:     ******** (8/10 - je nach Schneelage)

Anspruch:             **** (4/10)



Ankunft am Torhelm (2.494m), einem Gipfel in den südwestlichen Kitzbühelern - als Tour aus dem Märzengrund bei schwülem Wetter und Sumpfschnee eine eher deftige G'schicht. 

 

Warum wollte ich eigentlich dorthin? Die Idee ist mir beim Skifahren in der Zillertalarena/Gerlos gekommen, wo oberhalb der 'Wilden Krimml' links der Katzenkopf und rechts in den Wolken der Torhelm zu erkennen sind (aufgenommen im März 2018).  

 

Ein Anmarsch durch das geschlossene Skigebiet ist nicht attraktiv, also nehme ich die viel urigere Bike-Hike-Ski Variante vom Stummerberg im Zillertal, also von Nordwesten her. Die meisten besuchen den Torhelm im Frühjahr von Nordosten aus dem Langen Grund, auch nicht gerade kurz.  

 

In der Früh noch schönes Wetter. Drüben die Bauernhäuser am Gattererberg, im Hintergrund die Südseite des Kellerjochs.

 

Nach einer halben Stunde erreiche ich die Gmündaste (1.365m), im Hintergrund das Sonnenjoch (2.292m), ein Kreuzungspunkt zwischen Märzengrund, Alpbachtal und Langem Grund.

 

Nach rechts ginge es ab zur Triplonalm und weiter zum Schartenjoch oder auch zum Katzenkopf, ich will noch ein Tal weiter östlich. Taugt mir, ein neues Gebiet erkunden zu können.

 

Blick Richtung Triplonalm und Schartenjoch, mit der Schneelage werde ich es ideal erwischen.

 

Auf den Südhängen des Galtenbergs aufwärts zur Baumgartenaste.

 

Der Karrenweg wird blockiger, es folgt ein offiziell gesperrtes Teilstück. 

   

Bald richte ich Raddepot ein und gehe zu Fuß weiter.

 

Kothüttenalm (1.700m).

 

 Nun knickt die Route nach Süden, es wird winterlicher. Es ist noch weit zu meinem Ziel ganz hintem im Tal, dem Torhelm. Links das Heutaljoch, eine Scharte und Übergang in den Langen Grund, mittig der Gipfel des Regenfeldjochs (2.258m). Wikipedia klärt mich auf, dass beide Verwendungen des Wortes "Joch" richtig sind. 

 

Endlich umbauen auf Ski. Blick hinaus in den Märzengrund, ist schon ziemlich weit aus dem Zillertal herauf. Rechterhand der lange Kamm mit Hamberg (2.096) und Standkopf (2.241m), ganz rechts der Ostgrat des Galtenbergs (2.424m), von dem ich damals einen tollen Blick nach Süden zum Torhelm hatte - siehe dieses Bild.

 

Einige Zeit geht es über Lawinenstriche sehr flach dahin. Blick retour zum Galtenberg (links) und zum Übergang ins Alpachtal mit der Otto-Leixl-Hütte (mitte rechts).

 

Tief verschneite Hermererhosalm (1.740m), etwas Zweifel beschlichen mich, ob ich es bei dem Sumpfschnee bis ganz nach hinten schaffen würde. Rechts fädeln sich eine Reihe von interessanten Zielen auf, wie Schafkopf (2.454m), Hüttenkopf (2.462m) oder hinten rechts der Doppelgipfel des Katzenkopfs (2.535m) - seines Zeichens zweithöchster Gipfel der Kitzbüheler Alpen.

 

   Zaghaft bildete sich ein leicht tragender Harschdeckel aus. Mit den kurzen Latten brach ich aber immer wieder ein - ein anstrengender Test des Geduldsfadens. Die Hemereralm (1.815m) ließ ich rechts liegen. 

 

Wunderschöner Hermerergrund, weit und breit niemand zu sehen.

 

Ist noch ein Weilchen bis zum Torhelm. Übrigens nicht zu verwechseln mit dem gar nicht soweit entfernten anderen Torhelm auf der gegenüberliegenden Seite des Gerlostals.

 

Stapf-stapf-stapf. Hier hätte ich mir richtige Tourenlatten statt meiner Kurzski gewünscht, doch für das Biken und Hiken sind die Teile einfach unschlagbar.

  

Flach geht's dahin, nur langsam kommt der Gipfel näher. Ab ca. 2.000m endlich tragfähig und deutlich energiesparender.

 

Oberflächliche Rutsche unterhalb des Grubachkogels (2.343m).

 

Vor dem Gipfelaufbau links aufwärts auf den Grat. Rechts (hier nicht sichtbar) könnte man durch das Maurerschartl hinüber in die Wilde Krimml. 

  

Versuch #1: linkerhand hinauf in die felsige Öfelerscharte (2.230m).

 

  Wirkt nicht so, aber ich stehe hier im Faulschnee auf einem schmalen Felsgrat. Also bin ich wieder rechts runter und - Versuch #2 - ein Stück näher hin zum Gipfelaufbau und dort 30 anstregende Höhenmeter hochgewühlt.

 

Jetzt aber. Blick nach Osten in den Dunst und den Langen Grund, von wo die Normalroute heraufführt. Auch heute waren einige Leute unterwegs. Gegenüber in Bildmitte die Pallspitze (2.389m) und rechts davon der Kastenwendenkopf (2.329m).

 

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit den Gipelhang rauf, hier nur mehr ein durchgängiges knöcheltiefes Einsinken.

 

Puhh, endlich am Torhelm (2.494m). 18 Kilometer und fast 4:30h nach Aufbruch - sicher nicht repräsentativ und doch den Verhältnissen geschuldet.

 

Blick in die 'Wilde Krimml' (Gegenposition zum zweiten Beitragsbild) und zum Kreuzjoch (2.558m), dem Höchsten dieser Gebirgsgruppe. Rechts unscheinbar der Rifflerkogel (2.494m). Der Fernblick zum Olperer und in die Tuxer bleibt mir heute verwehrt.

  

Tief hängende Wolken Richtung Gerlospass und Pinzgau.

 

Süd- (2.535m) und Nordgipfel (2.520m) des Katzenkopfs.

 

Es ist 11 Uhr, ab der Mittagszeit sollte Regen einsetzen, also Zeit aufzubrechen.

 

Gipfelhang runter. 

 

Und an geeigneter Stelle rein in den Nordhang. Sehr passable Fahrbedingungen für die Kurzski, mir schwante schon Übles.

 

Anfangs liefs noch gut raus durch den Hemerergrund. Dort wo es ganz flach wurde, bekam das Wort "versumpfen" aber eine völlig neue Dimension.

 

   

Selbst bei leichtem Gefälle bin ich im Naßschnee gestanden. Irgendwann hab ich beschlossen, wiederaufzufellen. Hier bin ich schon wieder bei der Hemererhosalm.

 

Ich sehnte das Ende des Schnees herbei - so muss sich Roman jedes Jahr fühlen :)

 

Umbau.

 

Blick retour, im Süden regnet's schon.

 

  

Erhebliche Weg- und auch Waldschäden unterhalb der Kothütte.

 

Zu guter Letzt noch auf den 10 Kilometern hinaus zum Stummerberg voll abgewaschelt. Trotzdem hat mir die Tour wirklich getaugt, weil wieder eine schöne, abgelegene Ecke gefunden und erkundet.

 


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