Huderbankspitze

2319 Meter

Karwendel

25. Juni 2016

Autor: Jürgen

 

Beschreibung:

Vom Umlberg bei Terfens (890 m) führt die Mountainbikeroute auf die Ganalm (1190 m). Die Auffahrt eröffnet bereits fantastische Ausblicke auf die Huderbankspitze und das tief eingeschnittene Vomper Loch. Einige hundert Meter nach der Alm erreicht man das Raddepot bei der Abzweigung des abenteuerlichen Kristalpl-Steigs. Vom Talboden (ca. 950m) quert man den Wanderweg Richtung Hallerangerhaus und steigt auf alten Jagdsteigen hoch zum Felskopf der Huderbank (1940 m). Von dort geht es in Schrofen und anregender, aber leichter Kletterei auf den Gipfel (2319 m).

 

Schwierigkeit: langwierig, mehrmalige Gegenanstiege, im Gipfelbereich leichte Kletterei (T5/II)

Einfache Bikeauffahrt auf gut ausgeschildertem Forstweg. Der Kristalplsteig erfordert Trittsicherheit und ist nur bei Trockenheit anzuraten. Für den Anstieg zur Huderbank ist sehr gutes Orientierungsvermögen hilfreich, am Gipfelbereich ist an einigen Stellen Klettern bis II erforderlich. Auf stabiles Wetter und ausreichend Trinkvorräte achten!

 

Dauer: 8,5 Stunden

Höhenmeter: 1850 Meter

 

Parkplatz:

Kostenfrei am Umlberg bei Terfens.

 

Einkehrmöglichkeiten:

Ganalm (1190 Meter)

Walderalm (1511 Meter) - etwas abseits der Strecke

 

Landschaft:  ********* (9/10)

Kondition:    ********* (9/10)

Anspruch:       ******** (8/10)

 


Kurz vor der Ganalm wird die Huderbankspitze und der weiter verlaufende Kamm über Kaiserkopf und Hochglück sichtbar. Das Ziel ist der linke der beiden pyramidenförmigen Gipfel, links davon ca. 400hm niedriger die Gratschulter der Huderbank. Das Vomper Loch zieht westwärts Richtung Überschalljoch.

 

An dieser Abzweigung auf 1.200m verlässt man die Forststraße, die weiter hoch zur Walderalm führt. Hier Raddepot und es beginnt der steile Steig über ca. 250 hm hinab zum Kristalpl im Vomper Loch.

 

Im Juni schafft es sogar die Morgensonne in das tiefe Tal des Vomperbachs.

 

Man steigt hoch in den Knappenwald und quert den zum Überschalljoch (im Bildhintergrund) führenden Wanderweg. Auf der gegenüberliegenden Talseite erkennt man in der Flanke den Knappensteig, welcher von der Walderalm ins Vomper Loch leitet.

 

Ich versuche mein Glück bei einem mit zwei roten Punkten schwach markierten Jagdsteig, um in direkter Linie vom Knappenwald auf die Huderbank zu gelangen. Leider bin ich zu weit westlich und der Steig endet auf rd. 1.450m an einer Felswand. Ich muss nochmals 200 hm absteigen und bahne mir den Weg über steile Schuttreisen, welche weiter oben in gut gang- und kletterbare Rinnen münden.

 

Die Nordabstürze des Hundskopfs.

 

Gangbare Rinne unterhalb der Huderbank, mit etwas Kletterei gut zu durchsteigen.

 

Durch den Versteiger erreiche ich erst nach schlappen 4h den (unmarkierten) Normalaufstieg oberhalb der sehenswerten Huderbank-Klamm. Der Normalaufstieg leitet direkt von der Katzenleiter im Zwerchloch auf die Huderbank, diesen habe ich dann auch im Abstieg genommen.

 

Von der Huderbank auf 1940m sieht man den Schlussanstieg gut ein. Es geht durch die Latschen in das mittige Schrofenfeld, den Felsriegel überwindet man linkshaltend, danach zieht es rechts hinauf auf den kurzen Südgrat. Aufgrund des schwülen Wetters hat die Kameralinse beschlagen, was mir im Gelände leider nicht aufgefallen ist.

 

Hier die Stelle, wo man nach links oben hinausquert (II-, steil, aber nicht ausgesetzt). Man visiert die Einbuchtung rechts des ockerfarbenen Ausbruchs an.

 

Hier die Querung im Rückblick. Wie so oft im Karwendel ist sorgfältiges Steigen in den schuttigen Passagen erforderlich.

 

Oberhalb nimmt man 2 kleinere Durchschlüpfe und steigt dann unschwierig diese Rinne hoch. Man könnte auch eine alternative Route auf der südwestlichen Seite des Gipfelaufbaus wählen.

 

Am Ende der Rinne erreicht man den Gipfelaufbau. Hier geht es mittig gut hoch (II).

 

Nach ziemlich exakt 5h erreiche ich den Gipfel der Huderbankspitze (2.319m).

 

Oft habe ich den Gipfel vom Inntal aus bewundert, jetzt kann ich endlich einmal das Ganze aus der Gegenrichtung bestaunen. Hinter dem Kreuz das Wiesenplateau der Walderalm und das von dort nochmals 1.000hm niedriger gelegene Wattens im Talgrund.

 

Eine wunderbare Tour, da lacht das Karwendel-Herz.

 

Der westliche Teil des Vomper Lochs mit dem Überschalljoch sowie die Nordwände des Bettelwurf-Massivs.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gratverlauf nach Norden zum Kaiserkopf rechts, mittig Eiskarlspitze mit Schneeresten im Ödkarl, links hinten Grubenkarspitze.

 

 

 

 

 

 

 

Der Anstieg zum Kaiserkopf im Zoom. Von da ginge es weiter zum Hochglück (III).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hochnissl mit seinem langgezogenen Nordwest-Grat mit Steinkarl- und Rotwandlspitze.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der sanfte Rücken des Walder Jochs über dem östlichen Vomper Loch, gleichzeitg Ende der Gleirsch-Halltal-Kette. Das Raddepot liegt rechts des gut sichtbaren Almbereichs der Ganalm (zentral im Bild), was auch eine Vorstellung über die zurückzulegende Distanz vermittelt. Von dieser Stelle sind, nach bereits fast 6h auf Tour, noch gut 1.300hm ab- und 250hm wiederanzusteigen, um zum Raddepot zu gelangen.

 

Die Jagdhütte im Zwerchloch erspäht vom Jägersteig hinunter zur Katzenleiter.

 

Hier schon etwas tiefer am markierten Steig zurück zum Knappenwald. Nach knapp 7 Stunden in schwül-heisser Sonne müssen beim Gegenanstieg die Konditionsreserven aktiviert werden.

 

Der kühle Vomperbach sorgt für überfällige Erfrischung. Am gesamten Anstieg zur Huderbankspitze gibt es keine Möglichkeit zur Wassertankung, daher sind ausreichend Trinkvorräte wichtig.

 

Nach Wiederanstieg und Erreichen des Raddepots geht es mit dem Bike flott hinab nach Umlberg. Hier nochmals der Rückblick in diese schroffe und höchst einsame Ecke des Karwendels, mit der formschönen Huderbankspitze links.


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Kommentare: 2
  • #1

    Inge (Sonntag, 29 Juli 2018 22:18)

    Sehr gut beschrieben, und die Fotos sind auch grossartig!

  • #2

    Völlenklee Thomas (Sonntag, 25 August 2019 07:52)

    Tour super dokumentiert.Danke