Rauenkopf - Holzköpfl - Durschkopf

2011 Meter

Karwendel

23. November 2018

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Abstand gewinnen und Ruhe genießen im Grünen - solche Zielvorgaben an eine Tour lassen sich meist auf einsamen Pfaden weit weg vom Mainstream erzielen. Nicht mittendrin im Trubel. Eine schöne, aussichtsreiche und kaum begangene Runde führt von Reith bei Seefeld (1130 Meter) zuerst auf den Rauenkopf (2011 m/auch Rauchenkopf). Danach zieht sich eine gut ausgeschnittene Latschengasse und ein alter Jägersteig mit viel Sicht auf das Inntal hinunter zum Holzköpfl (1893 m), über den Durschkopf (1639 m) geht es zurück nach Reith.

 

Jürgen hat einen Teil der Runde bei seiner Tour auf die Reither Spitze beschrieben.

 

 

Schwierigkeit: mittel schwierig (markiert/Steigspuren, Orientierung wichtig/T3)

Von Reith bei Seefeld auf wenig schwierigem Steig Richtung Nördlinger Hütte (T2) - beim früher bewirtschafteten Schartlehnerhaus dann auf einem Steig zum Rauenkopf (T2) - Abstieg über Holzköpfl und Durschkopf mittel schwierig durch eine Latschengasse (T3/gute Orientierung notwendig) - Rückweg nach Reith auf Forstwegen und Straßen.

 

Dauer: 5 Stunden

Höhenmeter: 954 Meter

Kilometer: 9,4 Kilometer

 

Parkplatz:

Kostenfreie öffentliche Parkplätze in Reith bei Seefeld (ca. 1130 Meter).

 

Einkehrmöglichkeiten:

am Weg keine

 

Landschaft:    ******** (8/10)

Kondition:            ***** (5/10)

Anspruch:             ***** (5/10)


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Am Rauenkopf (2011 Meter) - ich war hier schon einmal im Tiefschnee und musste bei der Aussicht einfach für eine Laufrunde zurückkommen.

Start ist bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages vor dem drohenden Föhnsturm in Reith bei Seefeld. Beschildert ist keines meiner Ziele, dafür geht es bis zum Schartlehnerhaus immer Richtung Nördlinger Hütte.

Das kleine Reith liegt trotz naher Bundesstraße sehr idyllisch. Wie ich später sehen werde, ist das hier so etwas wie das Beverly Hills der Gegend.

 

Nach einigen Metern auf der Forststraße beginnt der Wanderweg auf gut 1200 Metern.

Da ist definitiv der Drehwurm drinnen: Kehre um Kehre windet sich der einfache Waldsteig Richtung Rauenkopf hinauf.

Nach einem wolkenlosen Morgen bricht nun langsam der Föhn samt Wolkendecke über Nordtirol herein. Mittig zeigt sich schneefrei der Tschirgant - links vorne Hocheder, Narrenkopf sowie Schafmarebenkogel und Rietzer Grießkogel.

Was für eine Umweltverschmutzung - und die dürfte so manchem Wanderer gleich in doppelter Hinsicht sauer aufstoßen.

Ein Hauch von Schnee zuckert den Weg - aber auch bei höherer Lage sind hier (eventuell mit Schneeschuhen) kaum Probleme dabei.

Knapp vor dem Schartlehnerhaus öffnet sich auf 1800 Metern das Gelände - unten ist Seefeld zu erkennen. Markant in Bildmitte die Hohe Munde, dahinter ihre Gefährten der Mieminger Kette.

Beim Goassprung mache ich angesichts der Aussicht Freudensprünge.

In der Scharte zwischen Rauenkopf und Reither Spitze liegt das früher bewirtschaftete und Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Schartlehnerhaus (1856 Meter).

Direkt hinter dem Haus geht es für mich auf einem kleinen, unmarkierten Steig durch die Latschen einfach zum Rauenkopf.

Blick zurück zur schönen Reither Spitze (2374 m), links davon der Härmelekopf. Leicht zu sehen ist auch die Nördlinger Hütte (2238 m). Rechts die Freiungsspitzen, die Jürgen bestiegen hat.

Angekommen am Rauenkopf - auch wenn die Stimmung im diffusen Licht eigen ist, so ist alleine schon dieses Plateau hier den Ausflug wert. Links der Große Solstein, rechts das Kirchbergköpfl.

Was für eine Aussicht - und was für eine Stimmung.

Im Abstieg suche ich etwas nach dem richtigen Steig - da es aber nur einen gibt, muss er das sein. Zumal mir mein GPS-Gerät auch zustimmt. Gute Orientierung ist ab jetzt aber unerlässlich. Links vorne ist auch schon das unscheinbare Holzköpfl (1893 m), das ich auf meinem Weg überschreite.

 

Auch vom Holzköpfl ist der Blick am Weg stetig auf das Inntal gerichtet.

 

Vorne zeigt sich der Durschkopf (1639 m) - verpassen darf ich hier nicht die wichtige Abzweigung. Der Weg gabelt sich nach einiger Zeit, für mich geht es nach rechts, genauer gesagt nach Westen.

 

Der alte Jägersteig ist wirklich gut in Schuss - einmal drauf, kann man ihn eigentlich kaum mehr verlieren.

 

dBei der Jagdhütte (1610 m) unterhalb des Durschkopf.

 

Am Durschkopf steht dieser Jägerstand - aber wer will denn jetzt schon Pause machen?

 

Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Steig daher. Frei nach diesem Motto geht's bergab in Richtung Reith bei Seefeld.

 

Ich komme zurück auf den steilen Karrenweg der Jagdhütte, dem ich folge.

 

Und der Steig spuckt mich wieder bei der Forststraße aus - beim Grantegg. Grantig bin aber ich höchstens, weil die schöne Runde nun langsam, aber sicher endet.

 

Über einen kleinen Steig komme ich wieder nach Reith, von wo es kurz auf der Straße ins Zentrum geht. Eine schöne Laufrunde mit viel Einsamkeit und großer Aussicht.



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