Parseierspitze

3036 Meter

Lechtaler Alpen

1. Oktober 2015

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Der höchste Gipfel der Lechtaler Alpen ist vor allem im Herbst ein Genuss. Die Parseierspitze (3036 Meter) zählt zwar zu den bekanntesten Bergen Nordtirols, ist aber am einfachsten Normalweg nur durch die sehr steinschlaggefährdete und nicht versicherte Südwand zu erreichen. Dennoch sollte dieser Klassiker in keinem Tourenbuch eines ambitionierten Bergesteiger fehlen - nicht zuletzt wegen der Aussicht.

 

Schwierigkeit: sehr schwierig (markiert/T5/II)

Von Grins bis zur Augsburger Hütte über Steige mittel schwierig (T3). Weiterweg zum Gipfelaufbau der Parseierspitze teils versichert und schwierig (T4/I). Aufstieg durch die Südwand über etwa 200 Höhenmeter steinschlaggefährdet über loses Gestein im Klettergelände sehr schwierig (T5/II). Abstieg wie Aufstieg.

 

Dauer: 7 Stunden

Höhenmeter: 2038 Meter

Kilometer: 12,8 Kilometer

 

Parkplatz:

Kostenfreie Parkplätze beim Schwimmbad in Grins (ca. 1050 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

Augsburger Hütte (2298 m)
 

Landschaft:    ********** (10/10)

Kondition:        ********* (9/10)

Anspruch:           ******** (8/10)


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Was für ein Berg: die kolossale Parseierspitze (3036 Meter).

Los geht's in Grins vom Parkplatz weg auf der Forststraße - unser Ziel zeigt sich bereits von Anfang an.

Nach einigen Minuten auf der Straße biegen wir westlich (links) in Richtung der beschilderten Augsburger Hütte ab.

Ein großartiger Herbst-Tag kündigt sich an, der Blick Richtung Süden reicht weit.

Das Gelände ist relativ einfach (T3), der Weg stetig steil und daher flott überwunden.

Wir sind bereits auf etwa 2000 Metern - unter den steilen Wänden der Augsburger Hütte wird westlich in das bereits sichtbare Kar gequert. Hinten: die Parseierspitze.

Ein Blick zurück auf das gesamte Kar von knapp unterhalb des Einstiegs in den Klettersteig auf 2600 Metern. Der nicht sehr gesprächige Kollege links, den ich rasch überholte, verließ mich kurz vor der Parseierspitze wieder Richtung Gatschkopf.

Schluss mit Gehgelände - von nun an wird geklettert.

Der schwierigere Teil beginnt mit einem kurzen Klettersteig-Abschnitt (A/B).

Nach dem kurzen Aufstieg über Klammern wird versichert diese Rinne (A/B) gequert.

Ein letztes Mal taucht noch eine Sicherung auf (A) bei dieser Passage.

Sehr interessante Gesteinsformationen, die Route führt im Zick-Zack bergauf.

Danach zieht sich der markierte Weg durch den gut gestugen Felsen (I).

Eine der steileren Passagen kurz vor dem Plateau unter der Parseierspitze.

Nach dem Anstieg sind wir am Grinner Ferner (2740 Meter) angelangt - vom Gletscher selbst ist aber nichts mehr da. Rechts geht's einfach zum Gatschkopf, links wartet der kurze flache Weg zum Einstieg zur Parseierspitze.

Da ist sie also: Die Parseier Spitze mit ihrer steilen Südwand (II) - der Ostgrat (III) war nur wenige Wochen zuvor 2015 Schauplatz eines tödlichen Alpinunfalls.

Am Einstieg auf ca. 2800 Metern - hier ein Blick hinüber zum Gatschkopf.

Die einzige versicherte Stelle ist gleich am Anfang: Ein loses Drahtseil, mit dem die erste Wandstufe (sonst III) überwunden wird.

Hier zeigt sich gut die Steilheit des Geländes - anfangs sind noch Ier-Stellen dabei, später geht es zunehmend in den II. Klettergrat über. Eine Fehler würde so oder so ganz unten enden. Problematisch ist das lose Gestein und die Steinschlaggefahr.

Immer weiter und weiter geht's den zahlreichen Markierungen entlang dahin.

Eine Pause? Bitte - einfach umdrehen und genießen.

Stellenweise ist das Gelände schwieriger (II), ansonsten bleibt es meistens im I. Grad.

Ein Blick zurück verdeutlicht die anfängliche Steilheit.

Süd? Das ist unser Weg! Alternativ könnte man auf den schwierigen Ostgrat (III) queren.

Nach oben hin wird es dann steiler - hier ein Blick nach Osten mit der für die GoPro typischen Verzerrung.

Es ist nicht mehr weit.

Das Gipfelkreuz ist bereits zu sehen - davor heißt es hier noch mal gut anpacken (II).

Nach rund 2000 Höhenmetern ist das Ziel erreicht: Die Parseierspitze (3036 Meter).

Auch der Blick nach Norden kennt keine Grenzen.

Im Südwesten türmt sich das Verwallgebirge auf - am markantesten: der Hohe Riffler.

Im Osten reicht der Blick weit über die Stubaier Alpen hinaus.

Nach sehr ausgiebiger Gipfelrast geht's wieder auf dem Aufstiegsweg bergab - unterhalb der Parseierspitze konnte ich dann immer noch lachen. Eine grandiose Tour!



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