Teufelsrast über Vettersteig & Kremstalhöhlen

662 Meter

Kremstal / Waldviertel-Wachau

29. Juli 2019

Autor: Jürgen

Mit auf Tour: Elli, Lisa & Christoph

 

Beschreibung:

Wandern, Kraxeln, Höhlen und Burgen ergeben eine abwechslungsreiche Runde am Übergang vom Waldviertler Hochland in die Wachau: vom Ausgangspunkt (516m) wandern wir durch das Kleine Kremstal zur Burg Hartenstein mit der 'Gudenushöhle' und weiter zum 'Kremser Zwickl', dem Zusammenfluss von Kleiner und Großer Krems. Am Vettersteig geht es dann sehr kurzweilig und teils kraxelnd zu sehenswerten Höhlen ('Schusterlucke', 'Teufelskirche') und über schöne Felsformationen zur Teufelsrast (662m) hoch über dem Kremstal. Beim Rückweg passiert man den 'Steinernen Saal' und die 'Eichmayerhöhle'.

 

Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig (T4/I bzw. B/C)

Der Vettersteig hat alpinen Charakter mit zahlreichen versicherten Stellen (meist A, eine Stelle B/C). Zustieg zur Schusterlucke und Teufelskirche im teils ausgesetzten, mit Leitern gesicherten Gelände. Achtung bei Nässe. Das Erklettern des Felszackens abseits des markierten Steigs ist schwieriger (II).

 

Dauer: 3:30 Stunden

Höhenmeter: 210 Meter

 

Parkplatz:

Wanderparkplatz an der Kleinen Krems zwischen Maigen und Albrechtsberg.

 

Einkehrmöglichkeiten:

am Weg keine
 

Landschaft: ********* (9/10)

Kondition:               *** (3/10)

Anspruch:            ***** (5/10)



Kraxelvergnügen im Kremstal im Waldviertel. Mit dem 'Vettersteig' (Infos hier) und den ringsum zu findenden Kremstal-Höhlen (Infos hier) hatte mein Bruderherz eine Spitzenidee, wie wir den nicht ganz badetauglichen Juli-Tag gut nutzen können. 

 

Wir düsen ins südöstliche Waldviertel, genauer ins Kleine Kremstal unweit der Wachau. Heute erwartet uns eine spannende, kleine Runde, die anfangs unspektakulär mit einem Spaziergang entlang des 'Kremstalwegs' beginnt. Der begleitende geologische Lehrpfad ist etwas akademisch geraten.

 

Das erste echte Highlight lässt nicht lange auf sich warten: die Burg Hartenstein

Die Gewitter vom Vortag hinterließen im engen Flusstal ein dschungelgleiches Klima, dichtes Pflanzenwerk säumt den malerischen Weg.

 

Am Fuß des Burgfelsens befindet sich die Gudenushöhle. Funde belegen, dass die Höhle bereits in der Altsteinzeit, also vor über 70.000 Jahren, bewohnt war. Sie ist somit eines der historisch wertvollsten Zeugnisse menschlicher Siedlungsgeschichte in Mitteleuropa.

 

Wir schwitzen uns durch das Kleine Kremstal. Links oben prägt sich der Kamm mit der Teufelsrast aus. 

 

Bevor wir den Vettersteig in Angriff nehmen, gehen wir noch ein paar Meter hinüber zum 'Zwickl', dem Zusammenfluß von Kleiner und Großer Krems. Die Gebäude gehören zum historischen Kraftwerk Hohenstein, welches in den letzten 100 Jahren für die Stromversorgung der Stadt Krems und auch für die in den 1930er Jahren geplante - und leider nie verwirklichte - Bahnlinie von Krems ins Waldviertler Hochland von Bedeutung war.

 

Beim Blick zurück zeigen sich erstmalig die markanten Felsen bei der Teufelsrast.

Den spitzen Zacken werden Christoph und ich später noch erklettern.

 

Interessante Pflanzen, interessantes Getier. Obwohl optisch sehr ähnlich mit der giftigen 'Weißen Witwe', handelt es sich hier um die ungiftige 'Veränderliche Krabbenspinne', die zur Tarnung ihre Farbe wechseln kann.

 

Einstieg in den Vettersteig mit entsprechenden berechtigten Warnhinweisen.

Nach kurzem Aufstieg durch den Wald die erste versicherte Wandstelle (A).

 

Oben in Serpentinen weiter, an einer abschüssigen erdigen Stelle hilft ein Seil.

 

Blick hinauf zu den Felsen.

 

Trittsicherheit hilfreich, vor allem bei den heutigen feuchten Verhältnissen. 

 

Christoph im Kamin in der B/C-Stelle. Gut geschützt durch die seitlichen Wände und bestens versichert.

Oben erwartet uns eine schöne Aussicht über das Kremstal, unten der 'Zwickl'.

 

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: man nimmt wie Elli den Ausstieg nach oben über Leitern oder zweigt rechterhand zu den Höhlen ab. 

 

Der ab hier anspruchsvollere Weg zieht in die Nordseite in steiles Gelände, an allen wichtigen Stellen immer gut versichert (T4).

  

Wenige Minuten später kommen wir über eine kleine Leiter zur 'Schusterlucke'. Angeblich hat hier zur Zeit der Schwedenkriege ein Schuster gehaust. 

 

Abwärts und aufgrund der Nässe unangenehm rutschig hanteln wir uns weiter ... 

 

... zum mit Leitern ... 

 

... und Drahtseilen versicherten Zustieg zur ... 

 

... Teufelskirche. Von hier soll laut Sage einmal der Teufel gepredigt haben, eindrucksvoll genug ist es hier jedenfalls. 

Blick hinüber zum 'Wotansfelsen', einem weiteren Wanderziel hoch über dem Kremstal.

 

Mit Stirnlampe erkunde ich die schmale Höhle, man kann einige Meter hineinkraxeln und seine Anfälligkeit für Klaustrophobie testen.

Nun wieder zurück. Ein Seil lockt uns kurz hinauf zu den steilen Felsen. Nachdem mir aber im rutschigen Gelände ein Griff ausbricht brechen wir diese anspruchsvolle Umgehung ab und ... 

 

... finden im dichten Gestrüpp einen mit Sicherungen und schwachen Markierungen versehenen Pfad durch einen steilen Geländeinschnitt hinauf zum Felskamm, wo wir wieder mit Elli zusammentreffen.

 

Pause auf dem schönen Rastplatz. Uns fällt der kleine kecke Felsturm auf. Unweit von hier befindet sich nahe des Ortes Senftenberg die Gamswand, die in fescher Kraxelei zu erreichen ist - vielleicht funktioniert das hier ähnlich?

 

So ganz leicht will sich der Zacken aber nicht erobern lassen, da man etwas ausgesetzt in eine Scharte absteigen muss. Gegenüber in festem Fels hoch (II-).

 

Christoph beim Abstieg in die Scharte. Bei feuchtem Gras ist hier große Vorsicht nötig, seitlich bricht der Fels senkrecht ab.

 

 Schöner Fels im ersten Aufschwung.

 

Über ein breites Plateau hin zum Felszacken (II).

 

Die Mädels jausnen, die Burschen beim Spielen.

Blick hinüber.

 

Vorsichtig zurückgekraxelt. 

Am Weiterweg finden wir, kaum 50m vom Hauptweg entfernt, diese beeindruckende Wand mit zahlreichen eingebohrten Routen (IV bis VIII-, was wir so auf die Schnelle angeschrieben sahen).

  

Weiterweg etwas unterhalb der Felsen.

 

Kurz danach kommen wir zur Teufelsrast mit dem Felsdach.

 

Unter uns ein weiterer Klettergarten

 

Ein fantastischer Platz hoch über dem Großen Kremstal.

  

Himmlische Teufelsrast.

Der höchste Punkt ist die unscheinbare Dürrleiten (662m), danach nehmen wir den Steig hinab Richtung 'Steinernem Saal'.

 

Auch hier teils versichert.

 

Wunderbares Blockgestein. Erstaunlich, dass kleine Flüsse wie die Krems im Laufe der Jahrtausende durch solch festes Gestein durchbrechen und tiefe Täler einschneiden können. 

 

Der 'Steinere Saal' mit unzähligen Granit-Steinmanndln.

 

Im kurzweiligen Abstieg.

 

Schöner Blick hinüber zur Burg Hartenstein.

 

Die für heute eindrucksvollste Höhle ist die Eichmayerhöhle. Also wieder Stirnlampe drauf.

Höhlenkraxeln.

 

Letzter Abstieg durch lichten Laubwald hinab ... 

 

... zur Erfrischung an der Kl. Krems und in einer knappen Viertelstunde zurück zum Parkplatz.

 

 Das Schöne an dieser Art von Touren ist besonders deren unstressige Kurzweiligkeit, ab und zu für mich ein willkommener Gegensatz zu den teils monoton-nervenaufreibenden Hochgebirgstouren. In jedem Fall werden wir das Kremstal weiter erkunden. Den Ausflug beenden wir bei einem Mittagessen in der Wachau, stil(un)echt mit notwendigen Bier-Elektrolyten statt Veltliner.

 


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