Soiern-Umrahmung

(Soiernspitze bis Schöttelkarspitze mit Abstieg über Seinskopf)

2257 Meter

Karwendel

15. November 2018

Autor: Jürgen

 

Beschreibung:

Start bei der Seinsalm (896m) und mit kurzem Abstecher am Forstweg zur Vereiner Alm (1.420m) - Alternativ auch Anstieg am Steig auf der gegenüberliegenden Talseite. Aufwärts zur Soiernspitze (2.257m), dem höchsten Punkt der Runde, und am Kamm westwärts über Reißende Lahnspitze (2.209m), Soiernschneid (2.174m), Feldernkopf (2.071m) und Feldernkreuz (2.048m) zu einer Scharte, durch die man hinüber zur Schöttelkarspitze (2.050m) gelangt. Zurück zur Scharte und Abstieg über Seinskopf (1.961m), Signalkopf (1.895m) und Lausberg (1.856m) zur Forststraße und retour zur Seinsalm. 

  

Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig (T3/I)

Lange Tour ohne größere Schwierigkeiten. Weicht man etwas vom markierten Steig ab und nimmt alle Gipfel mit, warten ein paar Ier Stellen.

 

Dauer: 6:45 Stunden (im flotten Tempo, inklusive aller Gipfelabstecher)

Höhenmeter: ca. 1.800 Meter

 

Parkplatz:

Seinsalm

 

Einkehrmöglichkeiten:

Vereiner Alm

 

Landschaft:  ********* (9/10)

Kondition:      ******** (8/10)

Anspruch:                 *** (3/10)



Das üppige Programm der Soiern-Umrahmung: von der Soiernspitze über einige Gipfel hinüber zur Schöttelkarspitze (am rechten Bildrand) und Abstieg über den im Bildmittelgrund sichtbaren Seinskopf. 

 

Ansicht der Soierngruppe von Südwesten bei unserer Tour auf die Wettersteinwand. Ich bin von der Seinsalm durch das Seinsbachtal zur hier nicht sichtbaren Vereiner Alm gegangen, um dann von der Soiernspitze alle Gipfel nach Westen mit der Sonne im Gesicht zu überschreiten. 

 

Los geht's bei der Seinsalm (896m). Um die Tour als Runde zu machen, wartet wohl oder übel der monotone Forstweghatscher zur Vereiner Alm. Wäre natürlich deutlich komfortabler mit dem MTB, aber da muss man durch. Es gibt im unteren Teil eine kleine Abkürzungsmöglichkeit, eine Alternative wäre auch der Jägersteig auf der gegenüberliegenden Talseite.  

 

2:50h ist die Vereiner Alm angeschrieben, ich brauche im leichten Lauftempo eine starke Stunde. Erst im Nachhinein habe ich gesehen, dass man hier auf Höhe der Ochsenalm (1.167m) einen Steig nehmen hätte können, der etwas oberhalb des Forstwegs durch die Südflanke leitet. 

 

Rückblick auf das Mittenwalder Becken, links das Wetterstein - ein weiterer traumhafter Herbsttag. 

 

Nach einiger Zeit tauchen rechterhand die düsteren Nordseiten der Nördlichen Karwendelkette auf. Links die Hochkarspitze (2.482m), rechts der Wörner (2.474m), im Vordergrund die Kammleitenwände.

   

Sonnenaufgang, als ich die Vereiner Alm erblicke (1.420m). Rechts das Massiv mit Schlichtenkar- (2.473m) und Vogelkarspitze (2.522m). 

 

Formschöne Südseite der Soierngruppe, links die Reißende Lahnspitze, rechts mein erstes Gipfelziel heute, die Soiernspitze. 

 

Sanft führt der Steig aufwärts. 

 

Vereiner Alm vor der Nördlichen Karwendelkette, links der Bäralplsattel und die schöne Kletterei auf die anschließende Raffelspitze (2.323m)

 

Zugspitzmassiv mit dem Jubiläumsgrat (links der Bildmitte).

 

Der Steig bleibt gemütlich. 

 

Noch ein Stück nach Osten hinauf zum "Jöchl" (1.787m). 

 

Ab der Scharte am Jöchl steiler und felsiger. 

 

Herrliches Karwendelpanorama auf Hochkarspitze und Wörner. 

 

Sehr auffällig die Rappenklammspitze (1.835m). 

 

Schönes, einfaches Wandern, noch 400 Höhenmeter. 

 

So soll's sein! Unten das Fermersbachtal, dahinter das Vorkarwendel mit dem Vorderskopf (1.858m) und dem Scharfreiter (2.102m).  

 

Die Vereiner Alm wird kleiner. 

 

Im Westen baut sich die Reißende Lahnspitze auf, ein trefflicher Name. 

 

Es zieht sich, das Gipfelkreuz ist schon von weitem sichtbar. 

 

Auf der Soiernspitze (2.257m), mit wunderbarem Fern- und Rundumblick. Die Soierngruppe hat durch ihre Höhe und nach Norden vorgeschobene Lage kein Sichthindernis, nur im Süden stehen die Karwendelriesen. 

 

2:30h habe ich von der Seinsalm gebraucht, ohne mich jetzt allzu sehr zu stressen. 

 

Richtung Nordosten setzt der einsame Teil der Soierngruppe mit der Krapfenkarspitze (2.111m) fort. So gesehen wäre die eigentliche Soiern-"Umrahmung" erheblich größer, weil man in Vorderriß starten müsste - ob das in einem Tag zu schaffen ist? 

 

Genialer Effekt, wie der Nebel aus dem bayrischen Alpenvorland auf den Walchensee "schwappt". 

 

Es warten noch viele Gipfel, daher setze ich bald meinen Weg fort. Einfacher Abstieg von der Soiernspitze. 

 

Müsste im Frühjahr eine unüberbietbare Firnabfahrt über die Südflanke sein. 

 

Nach knapp 150 Höhenmetern komme ich zur Soiernscharte (2.112m). 

 

Danach verlasse ich den markierten Weg und steige ziemlich direkt über den Grat zur Reißenden Lahnspitze (2.209m). 

 

Blick zurück zur Soiernspitze mit ihrer horizontalen Plattenschichtung.

 

Weiter geht's! 

 

Immer wieder schöne Karwendelblicke: Wörner (2.484m) - mittig Tiefkarspitze (2.430m) und Larchetfleckspitzen (2.362m) - rechts Westl. Karwendelspitze (2.385m). 

 

Soiernkessel, der Mitte November großteils im Schatten verbleibt. 

 

Abstieg von der Reißenden Lahnspitze. 

 

Und gleich gegenüber hinauf zur Soiernschneid (I).

 

Soiernschneid (2.174m) - erste längere Rast. 

 

An Aussicht mangelt es auf dieser Runde wahrlich nicht. Mittenwald ist verdeckt, Garmisch-Partenkirchen kämpft noch mit Nebelresten. 

 

Durchblick auf das Zuckerhütl in den Stubaier Alpen.

  

Der Direktabstieg von der Soiernschneid ist steiler und brüchiger. Vorne links bereits der Feldernkopf. Bis zur Schöttelkarspitze ist's noch ein Stück.

 

Diese Schlucht ist laut Karte die "Reißende Lahn". 

 

Nächster interessanter Effekt: haben sie in München eine Rakete gestartet?!

 

Langsam rücken Feldernkreuz (ohne Kreuz) und Schöttelkarspitze (mit Kreuz) näher, dahinter der Simetsberg (1.840m)

 

Schnell gelange ich zum Feldernkopf (2.071m) - nach dem Gipfelkreuz auf der Soiernspitze, dem großen Steinmann auf der Reißenden Lahnspitze und dem kleinen Steinmann auf der Soiernschneid ist sich für den Feldernkopf keine Gipfelmarkierung mehr ausgegangen. 

 

Tolle Berglandschaft in der westlichen Soierngruppe, es geht weiter abwärts. 

 

Genusswandern, für diese Runde sind keine alpinen Ernsthaftigkeiten zu erwarten. Die gibt es anderswo, der ganz links erkennbare Nordostgrat der Soiernspitze ist beispielsweise III.  

 

Kurz unterschreite ich die 2.000er Marke, dann wieder rauf.

 

Kleine Klettereinlage zum Feldernkreuz (I+), könnte man in den Schrofen umgehen.

 

Am Feldernkreuz (2.048m), die Soiernspitze ist schon ziemlich in die Ferne gerückt.

 

Der Abstecher hinüber zur Schöttelkarspitze lohnt sich. Man beachte das abgeflachte Gipfelplateau. Angeblich wurden die obersten Meter abgesprengt, damit König Ludwig dort in einem Pavillon seinen Tee einnehmen konnte.

 

Vom Feldernkreuz brüchig runter, dann hin zum sehenswerten Gipfel.

 

Am sandigen Steig ist Trittsicherheit vorteilhaft, dann biegt man von Norden auf den Hauptsteig ein, der vom Soiernhaus heraufführt.

 

Schöttelkarspitze (2.050m).

 

Tiefblick in den Soiernkessel.

 

Jetzt zum langen Abstieg, nächstes Ziel drüben der Seinskopf.  

 

Von der Schöttelkarspitze runter, zurück hinauf zur Scharte beim Feldernkreuz (ca. 2.020m). 

 

Auf der anderen Seite wieder runter zur "Schafkehre" (1.857m).  

 

Und gleich wieder rauf ...

  

... am schönen Kamm ... 

 

... mit leichtem Kraxeln (I) ... 

 

... zum Seinskopf (1.961m). Die Soiernspitze ist schon fast 3,5km Luftlinie entfernt. 

 

Der Nebelwasserfall hielt den ganzen Tag über an. 

 

Letzte Rast, ein paar kleine Gegenanstiege noch, dann geht's runter zum Forstweg. 

  

Landschaftlich top.

 

Gipfelkreuz des Signalkopfs (1.895m), nicht am höchsten Punkt platziert. 

 

Durch Latschen runter, kleiner Versteiger inklusive.

 

Am Lausberg (1.854m), dem neunten und letzten Gipfel für heute.

 

Am Kamm weiter, das nächste Köpfl hat laut Karte keinen Namen. Im Tal Mittenwald, dahinter die Arnspitzgruppe

 

Traumhafter Herbst, unten der Isar-Stausee.

 

Lichter Waldsteig. 

 

Rückblick auf die Soiern-Südflanke, die Soiernspitze ist bereits verdeckt. Rechts das langgezogene Tal hinauf zur Vereiner Alm, durch das ich heute früh angestiegen bin.

 

Angeblich sind's 300 Serpentinen. Ich hab nicht nachgezählt, aber es sind tatsächlich viele.

 

Nach vielen Kurven komme ich zum Forstweg, der mich wieder hinaus zur Seinsalm bringt. Eine lange, lohnenswerte Wanderung in der Soierngruppe endet am frühen Nachmittag nach 6:45h, bei langsamerem Tempo kann das aber schon eine tagesfüllende Tour werden.

 


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