Scheffauer - Hackenköpfe-Überschreitung - Sonneck

2260 Meter

Wilder Kaiser

31. Mai 2015

Autoren: Roman & Jürgen

 

Beschreibung:

Als alles überragender Berg des westlichen Wilden-Kaiser-Gebirges ist der Scheffauer (2111 Meter) ein beliebtes Ziel. Weniger oft begangen, um einiges anspruchsvoller und ebenso beeindruckend ist die Überschreitung der Hackenköpfe (bis 2125 m). Unser Weg führt uns dabei vom Scheffauer über diesen markanten Felsgrat, den Wiesberg (1998 m) und den Kopfkraxen (2178 m) bis zum Sonneck (2260 m), dem höchsten Punkt der Tour, von wo aus es über die Kaiseralm wieder zurück zum Ausgangspunkt in Scheffau geht.

 

Schwierigkeitsgrad: sehr schwierig (T5/II+)

Von Scheffau weg zum Scheffauer teils versichert, anspruchsvoller (T4/I) - Weiterweg über die Hackenköpfe teils Felskletterei, nicht versichert, daher sehr schwierig (T5/II+) - Übergang zum Sonneck nur mehr mittel schwierig (T3) - Abstieg über die Kaiseralm ebenfalls nicht mehr so anspruchsvoll (T3). 

 

Dauer: 6 Stunden

 

Strecke: 14,1 Kilometer

Höhenmeter: 1651 Meter

 

Parkplatz:

Kostenfreie Parkmöglichkeiten in Scheffau am Weg zur Hinterschießlingalm (ca. 900 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

Steiner Hochalm (1257 m)

Kaiseralm (1145 m)

 

Landschaft:    ********** (10/10)

Kondition:            ******* (7/10)

Anspruch:            ******** (8/10)



Roman unstoppable am Übergang zum Sonneck (2260 m).

  

Alles klar? Beim Parkplatz Stein in Scheffau vor der Hinterschiesslingalm ist die Auswahl groß. Unser Ziel selbsterklärend: Scheffauer.

 

Der Kaffee war bei Roman bitter notwendig - nicht jede Nacht ist, schlaftechnisch, so ergiebig. 

 

Es geht anfangs gemütlich vorbei an der Steiner Niederalm (1081 m) und der im Sommer bewirtschafteten Hochalm (1250 m). 

 

Unterhalb der Südwände der Hackenköpfe queren wir eine Schuttreise. Auch Ende Mai findet sich in diesem Jahr hier noch Altschnee. 

 

Jürgen genießt den schönen Spätfrühlings-Tag mit sichtlichem Wohlwollen. 

 

Die Wolken sind hartnäckig - das frühlingshafte Grün der Kitzbüheler Alpen ist unverkennbar.

 

Wir sind nach viel einfachem Gehgelände am Einstieg zum Scheffauer angelangt (1612 m). 

 

Love is in the air. 

 

Haben wir schon mal erwähnt, wie wichtig es für uns ist, am Berg cool zu sein? Roman macht einen auf Retro-80er-Hip-Hop-Peacemaker. 

 

Jürgen nimmt die Sachen da schon lieber auf seine Art in die Hand. 

 

Das Gelände steilt auf, geht langsam ins Klettergebiet über (T4/I). 

 

Hier folgt Jürgen nach und ist in der versicherten und anspruchsvollsten Stelle zum Scheffauer. 

 

Wir haben darauf gewartet, dass hinten auf der Leinwand der Kinofilm anfängt. Es passierte aber nichts, also sind wir über die versicherten Stellen weiter aufgestiegen. 

 

Das Gelände ist nun steiler, Nässe kann hier zum Problem werden. Nun aber mehr zum Gehen.

 

Gorillas im Nebel? Kurz vor dem Gipfel ist dann wieder Leinwand-Programm angesagt. 

 

Da ist er, der Scheffauer - und sogar wieder mit Sicht. 

 

Und dann sind wir nach gut 1200 Höhenmetern Anstieg oben: Der Scheffauer (2111 Meter), für Inntal-Reisende der wohl eindrucksvollste Berg des Wilden Kaisers. 

 

What else: Jürgen studiert den Übergang zum Zettenkaiser (III).

 

Have a break: Vor dem klassisch zähen Mai-Wolkenmeer studiert Roman die Lage zuhause.

 

So, und jetzt geht es los: Der Helm ist oben, der Übergang zu den Hackenköpfen beginnt (II+). Gleich zu Beginn wartet eine kurze Wandstufe (II), die gleich einmal alle Überambitionierten aussieben sollte.

 

Hier ein Blick zurück zur ersten Steilstufe. 

 

Markierungen weisen uns den Weg, dennoch sind wir öfters am Studieren, wo der beste Griff ist.  

 

Sicht gleich Null, macht die Sache aber einfacher: Grat-Gehpassagen wechseln immer wieder mit Kletterstellen ab. Hier ist der westliche Hackenkopf (2092 m) schon vor uns.

 

Was für ein grandioser, aber auch anspruchsvoller Grat hier. 

 

Der rote Arm da unten gehört zu Jürgen, der die nächste Kletterstelle (II-) meistert. 

 

Roman kommt zu einer der vermeintlichen Schlüsselstellen der Tour - diese Wandstufe (II+) unter dem Steinmann muss mit einem beherzten Schritt und Griff gemeistert werden. 

 

Ja, ja - Jürgen sieht sich das lachend aus der zweiten Reihe an. 

 

Keep smiling: Roman hat so richtig Lust gefunden an der spannenden und wunderschönen Überschreitung der Hackenköpfe. 

 

Für schwache Nerven ist das hier im Nebel eher nichts. 

 

Die nächste knifflige Stelle (II) im Rückblick. 

 

Jürgen folgt nach. 

 

Hier heißt es wieder richtig zupacken (II+).

 

Sobald es um beginnende Fels-Kletterei geht (II), ist Jürgen einfach nicht mehr zu stoppen.  

 

Jürgen im felsigen Gelände nach dem mittleren Hackenkopf (2125 m). 

 

Danach halten wir uns immer schön am Grat zum östlichen Hackenkopf (2030 m). 

 

Einfach genial, dieser Grat - das schönste, das der so reich ausgestattete Wilde Kaiser bietet. 

 

Vom östlichen Hackenkopf erspäht Roman den vernebelten Weg zum Sonneck. Von hier geht es im Gehgelände und in leichter Kletterei (I) weiter zum Wiesenberg. 

 

Der wundervolle Zahmer Kaiser, den Roman wenig später teils überschreitet, blickt kurz hervor. 

 

Von der Scharte zeigt sich im Rücklick der Grat mit seinen erkennbaren drei Gipfeln samt dem anfangs bestiegenem Scheffauer ganz hinten. Links im Bild massiv der Große Pölven

 

Über den hinten sichtbaren Kopfkraxen (2178 m) geht es dann etwas steiler runter (I), danach bleibt das Gelände weitgehend im Gehbereich (T3+). Ach ja: Roman posiert wieder mal vor dem Pölven, aber das kennen wir ja eh schon. 

 

Kurz ist noch ein wenig Schneestapfen angesagt zum Gipfelkreuz des Sonneck. Links zeigt sich der Ellmauer Halt mit dem schönen Grat zum Gamshalt.

 

Geschafft: Das Sonneck (2260 Meter), der höchste Punkt unserer Tour. Natürlich im Nebel. 

 

Im Süden zeigt sich der wunderschöne Treffauer mit dem Tuxeck rechts. Ein Abstieg hier runter vom Sonneck (III) soll anspruchsvoll sein, der Übergang zum Treffauer ist Klettern vorbehalten. 

 

Noch einmal ein Blick auf den Ellmauer Halt, dem höchsten Gipfel des Wilden Kaiser. 

 

Nach ausgiebiger Gipfelrast geht es dann zurück in die Heimat. Schön zu sehen ist hier vorne auch der Pendling mit seiner Süd-Ost-Variante

 

Noch einmal steiler runter und über den Kopfkraxen drüber. 

 

Im Übrigen ist auch Jürgen dem kunstvollen Berg-Posieren keine Fremder.

 

Im T-Shirt geht es durch die grüne Frühlingslandschaft einfacher schön flott runter. 

 

Ein Blick zurück vorbei an kleinen Almhütten und dem von hier markanten Sonnenstein (1714 m). 

 

Und im bunten Sommer-Modus endet die Tour dann bald wieder. Eine der schönsten Überschreitungen, die der Wilde Kaiser zu bieten hat. Bei mehr Sicht müssen wir zwei noch einmal hier her - dann wohl mit ein paar neuen Varianten in der Hinterhand.

 


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