Höji Sulegg, Schneeschuh-Tour

Berner Alpen

2413 Meter

17. Jänner 2020

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Als Winter-Gipfel der schönsten Art und Weise sticht die Höji Sulegg (2413 Meter/hochdeutsch auch Hohe Sulegg genannt) mit seiner markanten Südost-Flanke über dem Lauterbrunnental hervor. Der formschöne Berg der Berner Alpen eignet sich ideale für eine Skitour und eine schöne Abfahrt, wobei von meinem Ausgangspunkt Isenfluh (1081 m) eine nostalgische Seilbahn-Fahrt zum Sulwald Stübli (1500 m) eine konditionelle Erleichterung darstellen könnte. Durch den Wald zieht sich der Weg zur schön gelegenen Lobhornhütte (1955 m). Von dort geht es über drei steilere Anstiege vorbei am Schärihubel (2124 m) hinauf zur Höji Sulegg. Bei mir mussten aufgrund des Schneemangels die Schneeschuhe herhalten.

 

Schwierigkeitsgrad: anspruchsvolle Schneeschuhwanderung (WT4)
                                    Skitour: wenig schwierig (WS+)

Von Isenfluh über einen Steig oder die Rodelbahn hinauf zum Sulwald (WT2) - durch den Wald am offiziellen Schneeschuh-Trail hinauf zur Lobhornhütte (WT2) - kurzer, steiler Anstieg mit ca. 30 Grad zum Schärihubel (WT4) - zwei weitere steilere Abschnitte im gestuften Gelände hinauf zur Höji Sulegg (WT3) - Abstieg/Abfahrt wie Aufstieg.

 

Geeignet als Skitour: ja, gut geeignet, in den steilen Hängen anspruchsvoll (WS+)

 

Schnee- und lawinenkundliche Erfahrung nötig. Für aktuelle Verhältnisse die Informationen des Lawinenwarndiensts beachten. 

 

Dauer: 6 Stunden

Strecke: 13,4 Kilometer

Höhenmeter: 1352 Meter

 

Parkplatz:

Kostenpflichtige Parkplätze (1 Franken pro Stunde/8 Franken pro Tag bzw. private Stellplätze um 4 Franken pro Tag) in Isenfluh (ca. 1050 m).

 

Einkehrmöglichkeiten:

Lobhornhütte (1955 m)

Sulwald Stübli (1500 m)

 

Landschaft:   ********** (10/10)

Kondition:         ******** (8/10 - je nach Schneelage)

Anspruch:              ****** (6/10)


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Höji Sulegg Schneeschuh-Tour
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Am Höji Sulegg (2413 Meter) mit weitreichendem Ausblick. 

 

Nach dem Start in der Dunkelheit (und einem verlorenen Handschuh, wie sich später herausstellen sollte) kommt nach gut 400 Höhenmeter beim Sulwald Stübli langsam Licht in die Sache. Und das mit einem solchen Dämmerungs-Spektakel über Eiger, Mönch und Jungfrau. Und es wird noch genug herrliche Anblicke geben.

 

Blick zur Bergstation der klein, feinen Isenfluh-Sulwald-Bahn, die für kleines Geld (Hin- und Retour 12 Franken) schon um 7 Uhr (!) morgens nach oben befördert. Bis hierher ging es für mich aber durch den schneefreien Wald - auch hier in den Berner Alpen zeigt sich der Jänner 2020 von seiner (schnee-)kargen Seite.

 

Wenige Meter hinter der Bergstation beginnt der markierte Schneeschuh-Pfad zur Lobhornhütte.

 

Bei der Skitour steigt man hier auf und fährt theoretisch über die Rodelbahn bzw. den zweiten Schneeschuh-Pfad wieder ab. Aber bei dem Schnee ist das eben nur Theorie.

 

Auf gut 1800 Metern lichtet sich das Geschehen.

 

Der Morgen bricht langsam herein - ich treffe heute auf der ganzen Tour gerade mal einen Skitourengeher, der sich zur Schwalmere aufmacht.

 

Es geht vorbei an der Suls-Alpenhütte (1909 Meter) auf gutem Pfad hinauf - hinten zeigen sich die markanten Lobhörner, die der Hütte ihren Namen geben.

 

Die urige Lobhornhütte (1955 Meter), die im Winter am Samstag und Sonntag bewartet wird und auch zru Nächtigung einlädt. Hier aufzuwachen muss der Hit sein.

 

Nun zeigt sich auch erstmals der gesamt Anstieg zum Höji Sulegg - lange schon schmachte ich bei meinen bisher Aufenthalten danach, hier mal raufzugehen. Bisher war die Lawinensituation im Jänner aber stets zu heikel.

 

Die Lobhörner im Profil.

 

Und freilich Eiger, Mönch und Jungfrau als Begleiter dieser grandiosen Tour.

 

Die Schlüsselstelle der Tour: Ein gut 70 Meter hoher Anstieg mit über 30 Grad Neigung. Vor allem bei den Verhältnissen braucht es Schneeschuhe mit "Steigeisen" oder Harscheisen - seitlich pfeift es in Richtung Bällehöchst doch ganz schön runter.

 

Blick zurück - oben wartet zur großen Freude auch noch ein Stacheldrahtzaun. Macht das Ganze auch nicht einfacher.

 

Das Niederhorn erstrahlt im Norden bereits im Sonnenlicht.

 

Hier reut es mich dann doch, dass ich die Tourenski nicht mitgenommen habe. Die schön gestufte Flanke des Sulegg breitet sich vor mir aus.

 

Phänomenal: Die Sonne geht direkt über dem Jungfraujoch zwischen Mönch und Jungfrau auf. Ein unbezahlbarer Moment, der für jedwedes frühe Aufstehen entlohnt.

 

Der Blick auf den Brienzer See verdeutlich ein wenig die Steilheit im zweiten Hang. 

 

Ein idealer Abfahrtshang.

 

Nach der zweiten Stufe wartet nun das kurze, knackige Finale.

 

Auch mit nur einem Handschuh lässt es sich an diesem doch ungewöhnlich warmen Jänner-Tag in der Sonne gut aushalten.

 

Blick vom steilere Schlusshang nach Westen zur Schwalmere.

 

Ein Gleitschneemaul knapp unter dem Gipfel zeigt: Die sonnenexponierte Lage mahnt hier vor allem im späteren Tagesverlauf zu viel Vorsicht.

 

Vom Gipfel ein Blick hinab auf den letzten Anstieg. 

 

Und dann bin ich oben - die Höji Sulegg (2413 Meter) mit dem Thuner und Brienzer See, die mir beide zu Füßen liegen an diesem Traumtag.

 

Im Westen die skitourentauglichen Nachbarn in den Berner Alpen.

 

Was tun hier oben? Thun betrachten.

 

Absolute Stille vor Eiger, Mönch und Jungfrau - man vergisst fast, wie wohltuend das ist.

 

An diesem Morgen werde ich wahrlich belohnt.

 

Nun aber nichts wie runter, immerhin zeigt die Uhr schon auf 9.30 Uhr.

 

Der "Abfahrtshang" mit Schneeschuhe im Rückblick.

 

Sonne, Sonne, Sonne und Aussicht - deshalb auch zehn von zehn Sterne für die Tour. 

 

Der Harschdeckel ist noch nicht aufgetaut, deshalb steige ich im letzten steilen Hang mit den Schneeschuhen im gemächlichen Tempo ab.

 

Die vielen Spuren lassen gar nicht erahnen, wie ruhig und bedächtig es hier bei richtiger Zeitwahl sein kann.

 

An der Suls-Alpenhütte mache ich kurze Rast und bestaune die große Materialseilbahn.

 

Kurz friste ich ein Schattendasein beim alternativen Abstieg entlang des Bachs. Nun taucht auch der Männlichen im ersten Sonnenlicht auf.

 

Frühlingshafter Abstieg.

 

Es geht vorbei am noch leeren Sulwald-Stübli zurück zum Wanderweg. 

 

Faulhorn und Konsorten machen mir den Abstieg bei diesem Panorama schwieriger.

 

Von Winter hat der Waldweg bis zu meinem Tourendatum heuer nicht viel gehört.

 

Und im urigen, kleinen Isenfluh findet meine Tour dann wieder ihr Ende. Eine der schönsten und zugleich eher einfachen Unternehmungen der Gegend - das Höji Sulegg wird seinem Ruf vollauf gerecht. Und das mit famoser Aussicht auf die großen 4000er.

 



Kommentare: 1
  • #1

    Carsten (Montag, 20 Januar 2020 08:36)

    Eigentlich schade,

    wenn man die Bilder von deiner Tour sieht, oder die vom Jürgen in seinem Bericht auf den Schrankogel. Mir fällt dabei auf, das die Schneemenge in diesem Jahr doch sehr bescheiden ausfällt. Auf euren Bildern sieht es eher wie im Monat März oder April aus. Ich hoffe, das der Monat Februar noch einen Schub an Neuschnee bringt, damit ich auch endlich meine geplanten Schneeschuhtouren durchführen kann. Ein großes Lob mal an euch beiden für die lesenswerten Tourenberichte auf eurer Homepage. Mit eine der besten Alpineseiten im magischen worldwideweb.

    Gruß
    derMainzer