Bike&Hike Schreckenspitze - Sonntagsspitze

2023 Meter

Karwendel

24. Mai 2020

Autor: Roman

 

Beschreibung:

Was die Aussicht und Herrlichkeit der Tour angeht hat die Schreckenspitze (2023 Meter) rein gar nichts mit Schrecken zu tun. Eingebettet zwischen Achenkirch (916 m) und Bächental ist der herrliche Gratverlauf im sanften Teil des Karwendels ein wahrer Genuss. Durch das Unterautal geht es dabei mit dem Mountainbike steil hinauf zur Hochstegenalm (1159 m) und zur Gröbenalm (1553 m). Knapp unterhalb des Gröbner Hals (1654 m) wartet der Fußmarsch steil hinauf zur Sonntagsspitze (auch Zunderspitze/1926 m), von wo aus der traumhafte Grat über die Moosenspitze (1986 m) zur Schreckenspitze wartet, von der sich der Grat is zur Hohen Gans zieht. 

 

Schwierigkeit: ziemlich schwierig (markiert/T4)

Von Achenkirch mit dem Mountainbike am Ende steil hinauf bis ca. 1600 m knapp unter dem Gröbner Hals - Anstieg zur Sonntagsspitze kurz versichert, teils steil (T4) - Weiterweg zur Schreckenspitze mittel schwierig (T3/aber Rutschgefahr) - Abstieg wie Aufstieg.

 

Dauer: 5 Stunden

Höhenmeter: 1179 Meter

Kilometer: 17,4 Kilometer

 

Parkplatz:

Kostenpflichtige Parkplätze (1 Euro pro Stunde/sonst Tagesparkplatz 8 bis 24 Uhr für flotte Frühaufsteher) in Achenkirch am Eingang ins Unterautal (ca. 910 Meter).

 

Einkehrmöglichkeiten:

am Weg keine

 

Landschaft:    ********** (10/10)

Kondition:              ****** (6/10)

Anspruch:               ****** (6/10)


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Der grandiose Grat von der Schreckenspitze (2023 Meter) zur Sonntagsspitze.

Mit einem Sonnenaufgang über der Unnütz-Gruppe beginnt für mich der heutige Tag. Die anfangs noch flache Anfahrt durch das Unterautal schnellt ab der Abzweigung zur Moosenalm rasch auf. Es wird ein kurzweiliges Vergnügen mit gut 650 hm Bike-Anstieg.

Alsbald taucht die Sonntagsspitze (oder eben auch Zunderspitze) als Blickfang auf. Sie scheint zum Greifen nahe, doch noch sind es gut 700 hm bis oben.

Sonne im steilsten Abschnitt, der mich fast zum Absteigen bewegt.

 

Und tatsächlich sieht es nach Wetterbesserung aus. Aber das ist nur von kurzer Dauer.

Die Gröbenalm (1553 m) ist nach dem steilen Finale sogleich erreicht.

Mit diesen Bildern verabschiede ich mich für heute von der Sonne - stattdessen erwarten mich später am Grat eisiger Wind nahe der Nullgradgrenze und Schneefall.

Nach der Gröbenalm geht es noch ein paar Meter bis ca. 1600 m zum Fahren.

Rad-Depot am Ende des Weges - im Hintergrund die Hochplatte.

Der Gröbner Hals (1654 m), mehr durch seine Skitour bekannt, ist erreicht. Von hier aus zeigt sich das Karwendel von seiner prachtvollen Seite. Das Wetter wird schlechter.

Zum Greifen nahe sind Sonntagsspitze und weiter hinten die Moosenspitze. Die Schreckenspitze ist noch nicht zu sehen.

Mystische Morgenstimmung über der Gröbenalm.

Nach einem kurzen Wiesen-Anstieg steilt das Gelände schon bald auf.

Ein kurzer Absatz (T4), die erste von zwei schwierigeren Stellen.

Es geht vorbei an den Felsen.

Und hinauf über die kurze und einzige versicherte Stelle am Weg (T4/A).

Danach liegt das Gröbste über dem Gröbner Hals hinter uns. Bis auf die Rutschgefahr, die nicht zu unterschätzen ist, wechselt das Gelände nun in den Genuss-Modus (T3).

Ein Blick zurück auf den Kafell-Kamm. Dahinter der Juifen. Links das Demeljoch.

Der erste Gipfel ist erreicht: Die Sonntagsspitze (1926 Meter).

Nun wird es richtig, richtig schön: Ein Traum für sattelfeste Trailrunner tut sich auf, nun ist erstmals auch die Schreckenspitze zu sehen.

Blick zurück zur Sonntagsspitze.

Und voraus zur Moosenspitze (1986 m), die ich am Weg überschreite.

Kurz vor der Schreckenspitze warten noch einige Schrofen, die etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern (T3).

Fantastischer Rückblick: Der Grat in seiner ganzen Herrlichkeit.

Und dann ist die Schreckenspitze (2023 Meter) und damit mein Tagesziel erreicht. Es schneit leicht, im Hintergrund ist die kleine Front zu sehen, die mit dem prognostizierten Nordwestwind an mir vorbeizieht.

Blick hinab ins Bächental mit der Montscheinspitze ganz links.

Seebergspitze und Seekarspitze im Westen, dahinter das Rofangebirge.

Hinter dem Chrislumkopf westwärts Vorderunnütz und Guffertspitze.

Und noch ein Blick auf den Grat nach Süden zur Hohen Gans. Manche sprechen von einem wahren Kampf gegen die Latschen, geklettert wird im II. Schwierigkeitsgrad.

Danach nehme ich schweren Herzens, dafür aber mir weniger Wind und Schneefall Abschied vom Gipfel und mache mich an den Abstiegsweg.

Eisiger Wintergruss für die Schlüsselblumen.

Mit Blick auf den Blauberggrat rausche ich retour zur Sonntagsspitze - hier zeigt sich übrigens auch der Weg von der Moosenalm herauf, der im Schlussteil wirklich sehr steil über Gras heraufführt. Definitiv etwas, das man mit Spikes angehen sollte.

Ein letzter sehnsuchtsvoller Blick retour zur Schreckenspitze.

Dann geht es ebenso flott und steil runter wie es anfangs rauf ging.

 

Noch einmal durch die kurze versicherte Stelle.

 

Und schließlich wartet die flotte Abfahrt vom Rad-Depot nach Achenkirch. Eine wirklich grandiose und schon länger angedachte Tour auf die Schreckenspitze liegt hinter mir. Ein Aussichtstraum, der weniger oft besucht wird als die Nachbarn. Und umso lohnender ist dieser Grat deshalb auch.

 


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Kommentare: 4
  • #1

    rainer (Dienstag, 26 Mai 2020 21:51)

    des Romans Passion, der milde Teil - das östliche und nordöstliche Karwendel, bis hinab zu den Brandenbergern

  • #2

    Carsten (Mittwoch, 27 Mai 2020 08:14)

    Griaß di,

    die Schreckenspitze kann man auch überschreiten. Man muss in die Flanke zur der Bergalm hin dann absteigen. Die Einheimischen nutzen die Wildwechselspuren und haben auch dort kleinere Stoamandl gesetzt. Ich denke, die gehen den Weg aber nur im Aufstieg. 2016 bin ich dort abgestiegen und über den Christlumkopf zurück nach Achenkirch. Auch trifft man am Grat viele Steinböcke an. Die Tour lohnt sich wirklich.

    Pfiat di
    derMainzer

  • #3

    Hikalife (Donnerstag, 28 Mai 2020 14:26)

    Hi Carsten,

    Klingt sehr interessant. Der von dir beschriebene Abstieg bzw. Aufstieg müsste in dem Fall bei meinem Bild vom Übergang zur Hohen Gans einsehbar sein. Dachte mir, dass es da runter gehen könnte. Aber der Abstieg ist wohl ähnlich heikel, weil rutschig wie jener zur Moosenalm von der Sonntagsspitze aus, der auch bei OSM zu finden ist.

    In den AV-Karten taucht auch ein Steig nach Westen hinab zur Fonsseitenalm auf. Auch der Weg klingtvsehr interessant.

    lg Roman

  • #4

    Roman (Donnerstag, 28 Mai 2020 14:28)

    Rainer, du liegst völlig richtig. Die schroffen Seiten des Karwendels sind mehr Jürgens Leidenschaft.
    lg